Das Böse

Es ist zur Zeit nicht zu übersehen, kaum zu verdrängen, das Böse. Woher kommt es und wie bekämpft man es? Zumal wenn es eine massenhafte Bewegung ergriffen hat. Es schafft Gewalt und Angst auf der ganzen Welt. Jeden Augenblick kann es wieder Alarm und Entsetzen geben. . An dieser Stelle spätestens treten Politiker, Pädagogen und Psychiater auf. Sie deuten und erklären das Böse wie in den beliebten Tatortkrimis als krank, als sozial bedingt, verursacht von Missständen, von frühen Lebenstraumatas, usf, das heißt das Böse ist ein ungenauer Begriff und es müsste nicht sein, wenn wir, wenn der Staat klüger und gerechter handeln würde. Darüber gibt es unzählige Lehrbücher.
Es wird so getan, als hauste die Gewalt nicht auch bei uns, in der Gesellschaft, im Staat und überall. Das mag schon sein, wendet der Gesellschaftskritiker ein, aber in diesen Fällen wie auch im Privatbereich habe die Gewalt ein typisches Motiv, das rational nachvollziehbar sei und aufzuklären wäre. Doch Terror, sagt der Philosoph, Gewalt, die sich auf ideologische und religiöse Parolen bezieht, daran sehe man doch nicht allein die Not, die sozialen Ursachen und anderes Theoriegepäck, sondern vor allem die menschliche Lust am Töten und Foltern. Den Sadismus in jedermann, der einer bösen Bande angehören will. Die Lust, mit der Waffe in der Hand wild auf Feinde zu schießen, auf Leute, die bis dato gar nicht wussten, dass sie jemand als Feinde im Visier hat. Das Phänomen des Bösen ist nicht so einfach wegzuerklären, schließt der Philosoph. Wir wissen wenig über es. Natürlich müsse das Militär die Quelle des Bösen , aus der immer mehr Mordgesellen strömten, verstopfen. Aber was dann? Therapien? Politik als Therapie, Umerziehung zum Demokraten? Das bringt den Terror nur von neuem hervor, das Böse findet jederzeit andere und neue Quellen. Kleinere vielleicht, aber ein Mann mit der Waffe steckt immer an, wenn sie ihn sehen, die meisten, dann wollen sie auch Waffen haben und töten. Im Töten steckt ein kollektives Lusterbe, das auch Evolutionsbiologen bislang nicht erklären können. Der Homo necans, wo sitzt er überall, wo wartet er nur auf sein Aufbruchssignal? Die Wissenschaft weiß es nicht, und die Politik muss handeln, ohne zu wissen, wie und mit welchem Ziel. Man sieht das Böse immer nur im Spiegel der Zeit, nicht als Urkraft, denn es spricht nicht mit Wörtern, nur aus den Spuren seiner Schreckenstaten, die schwer zu entziffern sind. .

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