Die missbrauchte Freiheit

Wer mit dem Begriff Freiheit nicht sparsam umgeht, verschwendet sie, wirft sie vor die Säue. Wie sollen Jugendliche der Unterschicht, die zum Islam übertreten, das Wort Freiheit verstehen? Sie ahnen ja noch nicht einmal, dass es nur eine Karikatur von Allah ist, an die man sie glauben macht.
Freiheit ist ein gefährlicher Begriff, aus dem nicht nur Wohltaten und Wohlgesinntheit entrinnen, sondern eben auch Dämonen, Übeltaten, Mord und Zerstörung. Auch zu den Ausgeburten der Hölle kann man sich entscheiden. Aus Freiheit, die sich sofort selbst auslöscht mit dieser Entscheidung. Ein komplizierter Gedanke? Ja, der komplizierteste, denn Freiheit lernt man nicht in der Schule und auch nicht im Erziehungsheim des Sozialstaates. Man muss von ihr ergriffen werden. Man kann diese Idee weder kaufen noch auswendig lernen. Das sollten die offiziellen Sonntagsredner wenigstens wissen. Der unermesslich große Menschheits- Wert ist auch keine Pflicht, zu der man jemand rufen kann. Sie sagen dazu immer Verantwortung, die Keule, mit der sie sich schnell vor der Freiheit drücken. Sie hätten das Wort, doch das Wort will sie nicht, sie ergreifen es nicht, sie reden bloß.
Es ist überhaupt ganz schwer über die Freiheit zu sprechen. Sie ist kein Objekt, hat nichts Gewöhnliches an sich. Sinnvoll wäre doch nur die Haltung, aus ihr und von ihr persönlich zu handeln. Davon sind die Akquisiteure der offenen Gesellschaft meilenweit entfernt. Ihre Rhetorik beweist, dass sie selbst nicht einmal ahnen, wovon sie reden wollen. Sie verrennen sich im Abstrakten. Natürlich, sie kennen alle die Unfreiheit, die Ungerechtigkeit, aber können sie deshalb, ex negativo bloß, die Freiheit denken? Scham überfiele mich, dächte ich nur daran, von Freiheit öffentlich zu sprechen. Der verbreitete Nützlichkeitsglaube hat damit gar keine Mühe. Die Medien, die die Parole ausgeben: weiter leben wie bisher, ausgehen, Party feiern, um damit unsere Freiheit verteidigen, – sie verkaufen den Begriff wie ein Superangebot, wie wir es aus den Warenhäusern kennen. Sie integrieren die Freiheit als Delikatesse in ihre Verkäufersprache. Es kommt gut, sagen sie, Freiheit ist sexy. Denn der normale Durchschnittsmensch versteht sich seit langem eher als Kunde mit Bedürfnissen, denn als bloßer nackter Mensch. Darin besteht der globale Kommunikationsdefekt. Deshalb sagen auch viele aus der ehemaligen Ostzone, auf die Freiheit -ausgenommen die Reisefreiheit- könnten sie gerne verzichten, wenn der Staat uns dafür sozial gut und sagen wir angemessen versorgte. Und man höre sich um, nirgends denken die Leute über Freiheit nach. Das was sie davon verstehen müssen, kennen sie und nutzen sie. Das sagen sie auch genau so. Aber dass die zu Mord-und Schandtaten verirrten Jugendlichen, mit dem Begriff Freiheit zurückzuholen wären, daran glauben nach ein aktuellen Umfrage nur 3 Prozent der Gesamtbevölkerung. Und in diesen drei Prozent sind wieder 94 % Lehrer und Leute aus der breiten Schicht von Volkspädagogik und Gesundheit , 2 Prozent spezielle Sozialtherapeuten. Der Rest teilt sich auf in mittlere Angestellte, Taxifahrer, Friseurinnen und diverse Vertreter esoterischer Strömungen.
Wieso also glaubt die politische Kaste in ihren Medien andauernd von Freiheit reden zu müssen. Sie missbrauchen das edle Staatsporzellan. Sehen sie das denn nicht?

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