Junge Muslime und Konvertiten

Wer hätte das vor 10 Jahren ahnen können? Sie wuchsen mit smartphone, mit Kühlschränken und Zahnärzten, mitten in einer medienverseuchten Wirklichkeit auf und glauben urplötzlich ans Paradies. Eine religiöse Hoffnungs-Fantasie aus alten ehrwürdigen Märchen. Wirkt hier die Kraft der Poesie? Denn sie glauben so sehr an die ewigen Worte, dass sie es gar nicht erwarten können und den schnellen Tod herbei ersehnen, der sie rasch an den lieblichen Ort führt, wo sie von Wahn und aller Wirklichkeit erlöst sind. Wer erklärt uns dieses schreckliche Wunder? Die Journalisten und ihre Gäste, Professoren und Politiker, auch sog. normale Menschen? Sie fliehen, hinweg mit dem Unerklärlichen, sagen sie, und erklären es weg in ihren ganz gewöhnlichen Meinungen. Über soziale Missstände, über das Misslingen der Integration, über soziale Gebrechen des Staates,usf.- aber sie ergründen das Elend nicht im mindesten. Die jungen Fanatiker springen aus der Welt heraus, die jene nur begreifen. Sie verzichten auf Begründungen, sie folgen ihren finsteren Träumen vom Krieg und vom Töten. Der göttliche Vater im Paradiese wird sie belohnen für die Grausamkeit, derer sie sich fähig und mächtig fühlen. Sie träumen vom Plan des kranken Hitler, die ganze Welt erobern zu können. Alle Ungläubigen wollen sie ausrotten und vernichten. Der große Gott befiehlt die totale Unterwerfung. Bisher kannten die jungen Fanatiker immer nur die Unterdrückung, die Ausgrenzung, die Diffamierung- dagegen ist die globale Unterwerfung doch eine herrschaftliche, große transzendentale Sache. Ihr großer Gott hat auch nichts gegen die Wiedereinführung der Sklaverei einzuwenden. Diesen ihren Kriegsgott, den sie dem Islam entwendet haben, schmücken sie noch aus mit modernen Videotechniken und allerlei Star-Trash. Sie sind von ihrem selbstgebastelten Mythos gefangen, er schenkt ihnen Geborgenheit und die Sehnsucht nach dem Märtyrertode; letzteres ist übrigens eine genuin christliche Adaption. Auch die Opferung der Jünglinge und Jungfrauen ist uralt. Man erkennt an dem ganzen blutig grässlichen Wahne auch das Problem unserer Geschichtsvergessenheit. Was wir über mythische Kräfte wissen, haben wir irgendeinmal vielleicht gelesen, aber vor lauter Karrierestress und anstrengendem Technikunterricht kommt man nicht dazu, sich mit geistesgeschichtlichen Phänomenen gründlicher zu befassen. Das schneint eine Tatsache zu sein. Mythen, den Mythos hat man aus den Bildungsplänen komplett gestrichen. An keiner Fachhochschule, wo man zwar stolz vom Studium generale prahlt, kommt das Wort Mythos nauch nur ein einziges Mal vor. Es regiert dort nur die Weisheit der MINT-Wissenschaften.
Man kann die verirrten Irren nur aus ihrem Wahn befreien, wenn man moderne Mythologen und Ethnologen zu ihnen schickt, die ihnen das Märchen vom schönen Tod ganz anders, via interessante poetische Umwege,erzählen können. Es hat sich erwiesen, Sozialpädagogen, Politiker und Psychiater können das nicht. Sie können vom Faszinosum der unsichtbaren Welt nichts erzählen, genauso wie die Kirchenvertreter, sie werden alle sofort dogmatisch. Sie stehen vor dem Unsichtbaren wie vor einem zugenagelten Tor. Erfahrene Poeten, Mythologen und Ethnologen haben die Schlüssel zu diesem Tor. Und sie finden auch wieder heraus, die jungen Muslime aber stecken darin fest, wie im klebrigen Schaumstoff ihres Glaubens. Das große Schwert hat sie bestochen und betäubt.

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