Marcel Duchamp

Akribische Formulierung und Dunkelheit der Sätze des Marcel Duchamp sind offenbar dasselbe. Oder er lässt uns durch die Löcher einer spanischen Tür schauen. Nein,wir sehen eine voll beleuchtete haarlose Vulva, sehen also alles das, was wir sehen wollen? Ja, pardon, was wollten wir denn durch die Löcher der Tür sehen?
Wir wissen es nicht. Oder nicht mehr? Monsieur Marcel zwingt uns eine Rolle auf, er zwingt uns, ihn zu kommentieren. Wir tun so, überall und vor uns selbst, als wären wir Gelehrte, aber Duchamp hat uns fast nichts gelehrt.Ich bin Marcel, sagt er nur, ihr kriegt mich nie. Ich bin die Braut, ich bleibe ledig,sagt die Braut,ich bin Junggeselle, bleibe natürlich verheiratet, sagt der Junggeselle. Es stimmt, man sollte nicht kommentieren,was nicht einmal zu beschreiben ist.Monieur Marcel muss man sich nicht wie einen Generalstabschef der Kunstgeschichte vorstellen, wie, -sagen wir- Raffael oder Tizian. Er war eher wie ein phlegmatischer Typ von Heckenschütze, der nur gelegentlich ein paar Schüsse abgab, um ein paar alte Denkgewohnheiten aus der Welt zu schaffen. In wessen Auftrag und warum er dabei so süffisant lachte, ist bis heute nicht auszumachen.

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