Marianne, Uncle Sam und der deutsche Michel

Die Amerikaner folgen ihrem Archetypus des Uncle Sam durch dick und Dünnes, ihn sehen wir bis heute immer im Hintergrund die Dollarscheine zählend, ja bügelnd. Die Marianne der Franzosen inspiriert nach wie vor die kämpfenden Männer, die einst sogar Revolutionäre sich nannten. Doch sie werden auch heute nicht müde zu kämpfen, nur um ihr, der schönen Marianne zu gefallen. Eugene Delacroix hat sie mit nacktem Busen auf der Barrikade gemalt. Sie ist ein Glücksfall, sie macht Männer selbst dann zu Helden, wenn sie gerade drohen auszubleiben, sich auszuruhen und zurückzuziehen.

Eugène_Delacroix-Gemaelde

Ganz anders sind wir dran mit dem deutschen Michel, dem tölpelhaften Bauern, der immerzu von der gerissenen Sprücheklopferbande aus der Stadt übers Ohr gehauen werden soll. Auch im Bürger, der nichts als seine Ruhe will, sehen wir den Michel fortleben, ruhm-und harmlos, doch bockig und rachsüchtig, wenn man ihn zu sehr reizt. Bis heute wissen die Erforscher deutscher Geschichte nicht, wie es zu diesem Namen kam, den schließlich an aller Anfang einmal der Erz-Engel selber trug.

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