Wie man beim Volk gewinnt

Es gibt Oppositions-Politiker wie Gregor Gysi oder Katrin Göring-Eckart, die stellen täglich in den Medien Forderungen, die oft haargenau den Wünschen der Mehrheit in der Bevölkerung entsprechen. So fordert Gysi, dass eine OP-Schwester doch nahezu genauso viel verdienen muss wie der Chefarzt der Klinik und Frau Göring Eckart sieht nicht ein, warum eine Kindergärtnerin weniger verdienen soll als ein Oberstudienrat am Gymnasium. Das sind sehr populäre Forderungen, die diese Politiker sehr beliebt machen und die Medien unterstützen solche Wünsch-dir-was Politik nach Kräften. Sollte eine kritische Nachfrage kommen in der Richtung, aber wie wollen Sie das denn finanzieren Herr Gysi, sagt dieser prompt: ganz einfach, mit mehr Steuergerechtigkeit ist das leicht zu machen.
Das weiß auch Claudia Roth, die tränenselige Grünen-Politikerin, die jetzt der Augsburger Allgemeinen ein Interview gab, mit welchem sie uns allen direkt aus dem Herzen heraus spricht. Wir alle sind ja entsetzt, wenn wir täglich die Bilder von Massen Ertrinkender im Mittelmeer sehen müssen, wir könnten in den Teppich beißen vor Verzweiflung. Wirklich wahr. Die meisten von uns reißen sich die Haare vom Kopf und fragen sich nach Fassung ringend: warum lassen unsere Politiker das zu, haben wir Unmenschen in die Parlamente Europas gewählt, die mit den blutigen Bestien und War-Lords in Syrien, im Irak und in Afrika unter einer Decke stecken? Claudia Roth aber macht mehr daraus, sie gibt ihrer Empörung eine familiäre emotionale Dauer-Färbung. Sie sagt: das Mittelmeer gehört nicht den Italienern allein, es gehört uns allen, ich habe als Kind im Mittelmeer schwimmen gelernt. Und dann sagt sie wie in einer Schlusspointe krachend landend: „Ich bin wütend auf Europa“.
Das ist geschickt, das ist weibliche Rhetorik, mit der sich die ganze Familie inklusive Oma, Nachbar und Hund identifizieren kann. So wird ein gefühlter Schuh daraus, so können bald mehr Flüchtlinge gerettet werden.

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Ein Gedanke zu “Wie man beim Volk gewinnt

  1. Na, immerhin haben wir uns innerhalb von 70 Jahren von einem Volk, das nichts wusste zu einem Volk, das nicht nur alles weiß, sondern sich auch für alles verantwortlich fühlt entwickelt. Zwischendurch waren wir Papst, jetzt sind wir Gott.

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