Der Fall Todenhöfer

Ich kann mich an den Mann noch als an einen hundertprozentigen kalten Krieger im Tross des großen Franz Josef erinnern. Wenn ich dem Herrn Todenhöfer heute zuhöre, habe ich immer mehr das Gefühl, er teilt mit seinem Gegenüber, den Islamterroristen die Neigung zum Märtyrertum. Er möchte sich aufopfern für den Weltfrieden, die bösen, völlig unverständigen Amerikaner als deutscher Gandhi wiederlegen. Er wagte jetzt sein Leben daran, er riskierte geköpft zu werden und besuchte den IS-Kailfenstaat. Er schlief auf dem Zeltboden wie sie und redete mit ihnen tagelang. Natürlich sicherte er sich vorher ein wenig ab und nahm auch eine Giftpille mit, falls es zum äußersten käme und sein Kopf tatsächlich abgetrennt würde von den scheußlichen Mördern. Aber warum tat er dies nur? Er meint, um mit seinen Interviews, die er mit dicklichen, etwas zurück gebliebenen deutschen Salafisten abfilmte, abschreckend zu wirken für Neuzugänge. Die würden, wenn sie das sähen, was er mit diesen religiösen Vollpfosten redete, ablassen von ihrem Wunsch, den IS zu verstärken und „Helden“ zu werden.
Dabei haben seine Interviews wirklich nichts Neues ergeben, wir wussten das schon immer, sie sagten dasselbe, was sie auch auf ihren Propagandastreifen verkünden. Todenhöfer aber kam es auch darauf an, authentisch zu belegen, dass er da war und mit eigenen Ohren gehört hat, was er hörte und selbst erleben konnte, nämlich, dass diese Kämpfer den Koran gar nicht verständen, ihn völlig falsch auslegten. Er wird also noch zum Theologen und Koranexegeten. Möglicherweise ist er heimlich schon lange ein Muslim und sagt das nur nicht, um seinen politischen Kampf nicht zu gefährden und um seine Glaubwürdigkeit zu bringen. Denn dann würden die kriegswütigen Amis und auch Leute wie Bundespräsident Gauck, den er scharf attackiert, endgültig abwinken können und sagen: „ ach so, er ist ein Konvertit, zwar ein gemäßigter, aber er ist bereits übergelaufen.“
Für mich ist Todenhöfer ein Mann, der das Schicksal herausfordert und es darauf ankommen lässt, ob Allah es wünscht, dass er als ein Märtyrer sterben möge.

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