Der überlebensgroße Ferdinand

der VW Fürst Piech benimmt sich nach dem Ethos der liberalen Öffentlichkeit wie eine Wildsau, ohne Rücksicht auf Verluste pflegt er anderen seinen Willen aufzudiktieren, sie zu schassen und hinzurichten, wie es ihm gefällt. Helmut Markwort, der ehemalige Chef von Fokus, meinte heute im bayrischen Fernsehen, Piech habe Winterkorn, den Manager bei VW, öffentlich gemobbt. Das gehört sich nicht, das beschädigt sogar das Image der Demokratie. Nicht nur das von VW, des Welt-Konzerns, über den heute alle reden. Das wollte Piech vielleicht erreichen, ein Werbegag von ihm, der ihm wahrscheinlich nach dem Frühstück und den ersten Wohlstandsrülpsern eingefallen ist. Es war ihm fad, wie einem Bühnenkönig bei Friedrich Dürrenmatt, warum reden die Leute zur Zeit so wenig über meine Firma, mg er gedacht haben, das gefällt mir nicht. Dann will ich mal wieder ein Feuerchen machen, den Spiegel anrufen, das Organ für Kleinbürgerskandale und nur kurz melden: “ Ich bin auf Distanz zu Winterkorn.“ Da werden sie sich aufregen, hoho, auch meine Verwandten bei Porsche, der Waldorfschüler Wolfgang, das Weichei,die Crew der PR Leute werden nervös sein, die schmeiße ich als erstes mal raus, haben eh keine Lobby, sie sind schuld, dass so wenig geredet wird in der Welt über meine Autos.Diese Faulpelze, diese Einfaltspinsel,werde mich mal umschauen nach echten Künstlern, am besten unter Amerikanern, denn in Amerika schleppt sich der Verkauf schon die ganze letzte Zeit bedenklich hin. Na Winterkorn, was meinst du, wieso ist das denn so? Spiel bloß nicht den Unschuldigen, du bist Ingenieur wie ich, also ein ganzer Kerl,antworte sonst verlängere ich gleich die Distanz noch zu dir.
Ja natürlich. Es empört alle Anständigen, die noch an den Anstand glauben. Aber der große Ferdinand lebt nicht in den Koordinaten der bürgerlichen Leute, die Kompromisse schließen, sich an Verträge halten müssen und bei der Bank kaum noch Kredite bekommen. Piech lebt in den erhabenen Höhen eines Alexander des Großen, Ludwig des XIV. oder Napoleons. Auf solchen Höhen kann ein Markwort nicht mitdenken und atmen.
Dort kennt sich eher ein Seehofer aus, der heute wieder für die forcierte Waffenlieferung an Saudiarabien plädierte. Und zwar aus realpolitischen Gründen. Klar weiß ich auch,sagt sich Seehofer, dass die Saudis Barbaren sind, Mördertypen, aber was nützt es denn, sie sind die einzig stabile Macht dort in der ganzen Region. Die anderen sind alles Luftnummern, von denen man nicht weiß, ob sie morgen noch am Leben sind oder schon wieder abgestürzt. Ich würde mir die Welt auch lieber selber malen, nach meinen Wünschen,sagt sich Seehofer, aber das geht nicht. Wer das nicht begreift, hat keine Ahnung von Realpolitik,sagt Seehofer,wahrlich kein Waldorfschüler,eher ein harter Knochen wie Piech. Ob die sich kennen und duzen, ich weiß es nicht. Aber ich stell es mir gern vor für meine Probebühne.

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