Helmut Dietls "Schtonk"

zu Ehren des kürzlich verstorbenen Helmut Dietl brachte das bayrische Fernsehen heute seinen satirischen Film auf die gefälschten Sterntagebücher -vulgo:Hitlers- , von denen sich die einst berühmte Illustrierte Henry Nannens nie mehr ganz erholte.
Natürlich wieder lustig die kleine Münchner Fellinishow mit Tamtarata undMusik, nicht des Meisters Nino Rota,sondern eben nur von Konstantin Wecker. Naja, lustig, lustig allemal. Doch schöner wäre es natürlich gewesen, wenn die Satire nicht der Superrrealität der 80er Jahre nachgebaut, nachgespielt worden wäre, sondern sie einer wie der Dietl antizipando und fiktiv schon einige Jahrzehnte im Voraus erfunden hätte. Denn man konnte den nazi-nostalgischen Schwachsinn doch gut in den 50er und 60er Jahren überall riechen. Nur, damals waren die Künstler noch zu ernst und keiner konnt es riskieren, mit dem brauen Entsetzen irrsinnige Scherze zu treiben. Leider. Und der Maler Baselitz ging ja wegen seines Gemäldes vom onanierenden Hitler damals- war es nicht Anfang der 6oer Jahre?- auch haarscharf am Gefängnis vorbei.
So kam der Schtonk um den klammheimlich verehrten Hitler etwas verspätet, aber immerhin hat Helmut Dietl es gemacht und keiner sonst, außer ihm, hatte den unbeschwerten Humor dafür. Thomas Bernhards Theater-Farce dazu war viel grimmiger und klotzig dagegen.
Umwerfend auch die guten alten Schauspieler, Schönbeck, Hoppe, Benrath, allen voran der Harald Juhnke, der Erzkommödiant, und noch verrückter die göttliche Christiane Hörbiger. Sie ist unglaublich obszön, frivol, beklemmend und großartig in der Rolle der Freya Hepp,der Nichte Hermann Görings. Ihr Lachen während des Lapaloma Lieds auf ihren Geliebten(Götz George), ist eine grandiose Studie deutschen Matronen- ja Hetärenhumors. Allein wegen ihrer Schauspielkunst schaue ich diesen Film immner wieder an. Ich zähle ab heute zu ihren Verehrern. Sie hat mich hingerisssen für allezeit.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Helmut Dietls "Schtonk"

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s