Giorgio Agamben zum Überleben Europas

Der italienische Philosoph sieht die Reduktion Europas auf einen fantasielosen Wirtschaftsbegriff, wie ihn die Deutschen zur Zeit mit ihrem Austeritätsdogma vertreten, als Anfang unseres sicheren Endes, als Verkennung unserer Stärken und Möglichkeiten der Identitätsfindung:

„Im Unterschied zu Asiaten und Amerikanern, für die Geschichte etwas ganz anderes bedeutet, begegnen Europäer ihrer Wahrheit immer im Dialog mit ihrer Vergangenheit. Vergangenheit bedeutet für uns nicht nur Kulturgut und Tradition, sondern eine anthropologische Grundbedingung. Wir können zur Gegenwart nur archäologisch vordringen, indem wir mit unserer Geschichte ins Reine kommen. So wurde die Vergangenheit für uns eine Art Lebensform. Europa hat zu seinen Städten, seinen Kunstschätzen, seiner Landschaft einfach eine besondere Beziehung. Hieraus besteht Europa recht eigentlich. Und hierin liegt das Überleben Europas.“

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