Vom Unsinn der Sprache

Natürlich foppt uns alle die Sprache, der Wortaberglaube. Wer die öffentlichen Diskurse beobachtet, spürt schnell, dass dort Begriffe handlungsanleitend zu sein beanspruchen, die nicht an die Wirklichkeit heranführen, an die wahre Wirklichkeit jenseits der Sprache, sondern nur in das einschüchternde Begriffs-und Balkengebirge der Logokratie. Wer an letztere nicht glaubt, riskiert ausgeschieden zu werden. Von einem herabstürzenden Balken erschlagen zu werden. Beispiele dafür? Täglich unzählige, neue. Nur eines, hier kurz ins Spiel geworfen: die aktuell so häufig benutzte Meinung zur Depression. Niemand vermag das Wort zu definieren, die Wirklichkeit zu schildern, die hinter dem medizinischen Voodoogebrauch dieser Nebelkrähe lauert. Schwarzer Hund nennen sie die Erkrankten auch gerne. Vielleicht ist es auch nur eine Laune des Zeitgeistes, der sich durch Pathologisierung eines häufig auftretenden rätselvollen Leidens Vorteile verschafft. Niemand, auch die Ärzte nicht, will sich hier festlegen und außerhalb seines terminologischen Rüstzeuges allgemeinverständlich darüber reden.
Mit anderen Begriffen, die sie morgen schon zu amokmäßigem Handeln überreden werden, steht es nicht rechtmäßiger, nicht legitimer und wir sehen, um überhaupt handeln zu können, ohne dafür vor Gericht zu kommen, brauchen wir logokratische Tricks und Krücken, die uns akademische Ehren verschaffen und höhere Positionen, wie etwa die- sagen wir- eines Marketingleiters. Nichts ist weniger auf den Wolken der Spekulation errichtet als eben diese Position. Aber so könnte man den ganzen Gesellschafts-und Staatsbau anzweifeln, von Schein zu Rang den Paternoster rauf und runter benutzend. Es fände sich wenig Substanz, doch jede Menge Sand und heiße Luft, viel heiße Luft.
Überlassen wir die Beschreibung der chaotischen Unrechtsverhältnisse also getrost den Komödienschreibern. Sie verwirren die Reden der Sprecher zur Kenntlichkeit einer heillos verdrehten Welt, die von der irren Hoffnung getragen ist, eines Tages durch einen einfachen Purzelbaum gerettet zu werden.

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3 Gedanken zu “Vom Unsinn der Sprache

  1. toll und grossartig geschrieben – lieber Quenzel – Depression gibt’s in drei Arten: Absacken nach einer Hochleistung – besonders bei vielbeschäftigten Schauspieler, die momentan sich nicht mit Rollen vom eigentlichen ICH ablenken können. Melancholie oder grosse Traurigkeit bei Todesfällen von lieben Angehörigen
    und drittens die schlimmste und schwerste der sogenannte „schwarze Hund“ ist eine Besetzung des Negativen, des…S….!
    das ist wie eine dunkle Wolke, die sich vor Augen, Herz, Seele und die Sinne schiebt
    alles scheint ausweglos, der Mensch ist wie tot und abgestorben, alles hat keinen Sinn. Da spielt die Körperchemie dann verrückt.
    Die laufen Amok usw.
    Tun Böses
    Wenn dieser Copilot von Bösen plötzlich überfallen wurde oben in den Lüften, vielleicht hat er auch keine Tabletten mehr gehabt um dem Einhalt zu gebieten
    ist gut möglich, dass ,…dass er da plötzlich im Cockpit überfallen wurde und
    ES TUT ! was er eigentlich NICHT tun wollte ! Abstürzen – einfach stürzen, damit dieser „Schmerz in der Seele“ aufhört – durch das schnelle
    Absinken des Flugzeuges (damit’s vielleicht nicht so weh tut) da wäre gut möglich, dass er dann nicht mehr an die anderen Menschen, nur noch an seine Verzweiflung und Sinnlosigkeit dachte. Vielleicht wollte er doch tatsächlich
    landen, weil er sich vielleicht wieder „gefangen“ hat, also wieder zur Besinnung kam, aber der Flügel war zu lang für dieses Tal. Dann halt eben tschäckbumm“ !!!
    Freundin machte Schluss. Vielleicht noch Sehstörungen etc. daher keine Zukunft mehr als Pilot—
    das kann schon was ausmachen, aber das sognannte S…muss noch hinzukommen und
    wenn die Aura schon verletzt ist…ein Loch hat, kann der S…gut hineinschlüpfen – esoterische Weisheit –

    Wieauchimmer. Mit Gebet kann dem entgegengesetzt werden. Guten Taten. Fasten.

    Da hat dann S. auch keine Macht mehr und lässt das arme Opfer dann in Ruhe.

    Apropos guten Büchern noch
    hast Du „Greisengemurmel“ von Regozzi gelesen ?

    LG und schöne Oktern (nach Emil)

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  2. die Naturvölker, Indianer z.B. sangen ein Lied für den Kranken, ein spezielles
    Lied, von unzähligen Strophen, dieses Lied musste vom Heiler gesungen werden, der
    vorher 3 Tage gefastet hat.
    und es ohne Unterlass und Fehler singen.
    zu 99 Prozent wurde da der Kranke und „Besessene Depressive“ geheilt.

    Ich lese gerne solche Schamanengeschichten und Forschungsberichte.

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