Eine Hoffnung- jäh…

Ich widerspreche meinen Ansprüchen, bestreike meinen Leistungszwang, mache spontan nicht mehr mit bei mir, steige aus meinen Programmen aus, – gottogott- wie wohltuend das ist. Ich entspanne die Fiktion, als käme auf mich noch etwas an, noch etwas zu, noch etwas entgegen. Nein, nichts mehr, ich höre die unsterbliche Klaviermusik Beethovens und Schuberts, vorgetragen von großen Meistern und Geistern wie Schnabel, Brendel, Pollini und wie sie alle heißen.- Wie glücklich müssen sie gewesen sein, abtauchen zu können in jene rauschende Sphäre, wo Klang und Stille wie Zwillinge nebeneinander bestehen.
Sie erzählen etwas Unerklärliches, ich denke, ich höre einer spannenden Erzählung zu, die ich zwar nicht ganz verstehe doch deren Grund mir so sehr vertraut ist, wie kaum etwas anderes. Warum höre ich nicht nur noch Musik, bis ich klüger bin, klüger werde, allein aus ihr, wie neugeboren ich mich fühle, denke ich- bis mir der Reim, den ich so lange schon suche auf mich, eines Tags ins Ohr springt. Dann packe ich meine Sachen und eile zu einem Bahnhof, denn jetzt weiß ich, wohin ich verreisen muss. Das Ziel ist vollkommen klar, hoffentlich empfängt man mich freundlich. Aber das erscheint mir heute noch nebensächlich. Heute, da jene Hoffnung in mir so jäh entstanden ist.

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