Historisches Leck

Die Dürftigkeit der Zeit, in der wir leben, zeigt sich auch darin, dass wir ständig alte ausgelatschte Begriffe verwendet sehen für all das,das wir nicht erfinden, nur nachahmen konnten. So reden sie nach wie vor von Dandys, Außenseitern, Revoluzzern, nur der Märtyrer ist etwas aus der Mode gekommen. Auch der Repräsentant sagt den meisten gar nicht mehr viel. Wo es an Präsenz mangelt, steht auch der Repräsentant unnütz herum und bohrt in der Nase.

Die Zeit bringt außerhalb der Sphäre technischer Innovationen kaum Neues hervor. Selbst die Filme sehen aus wie blasse Kopien alter amerikanischer Filme, billiger produziert oft und mit viel Technik hochfrisiert. Selbst die modernste Kunst ist alles, – nur nie mehr neu.
Auffällig für das Abgelebte, in ständigen Wiederholungen Erstarrte ist besonders die inflationäre Verwendung des Wortes „historisch“. Dieses Prädikat wird jetzt für alles, für jede Banalität in Anspruch genommen. Für Fußballspiele, Fernsehmist, Politikertreffen usf.
Dabei erreicht kaum eine Marke den Stellenwert eines Zeitzeichens wie damals in den 60ern noch der Hulahoopreifen z.B. oder der Petticoat.
Nein, nichts Neues unter der Sonne, außer viel Lärm und Gewalt natürlich.

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