Auch er hatte noch die andere

Ich habe gedacht, Helmut Schmidt hat das nicht nötig. Ich meine nicht die Affäre selbst, sondern dass er diese auch noch ausplaudern muss. 5 Jahre nach dem Tod von Loki, mit der er 68 Jahre verheiratet war. In seinem jüngsten, wer weiß, letzten Buch „Was ich noch sagen wollte“ gibt er also auch das noch preis:
Helmut Schmidt hat erstmals zugegeben, dass er seine verstorbene Ehefrau Loki betrogen hat. „Ich hatte eine Beziehung zu einer anderen Frau“, schreibt der 96-jährige Altkanzler in seinem neuen Buch. Wer will das wissen? Die Nation? Die Drehbuchautoren, Guido Knopp vom History Fernsehen? Frau Maischberger?
Das Verhältnis zu der Geliebten war so eng, heißt es auch noch, dass ihm seine Frau die Trennung anbot, wie Schmidt jetzt offenbart. Für ihn sei das eine „ganz und gar abwegige Idee“ gewesen.
Wissen wir jetzt etwas mehr von diesem größten aller politischen Zampanos. Warum erzählte er das? Um sein Gewissen zu erleichtern, um restlos alles zu sagen, was er zuletzt noch alles zu sagen hat.
Das hat man davon, wenn man eisern protestantisch bleiben will und keinen Beichtvater hat.
Dann muss zuletzt alles raus, wie bei ALDI, wie bei Ebay.

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3 Gedanken zu “Auch er hatte noch die andere

  1. Hallo,

    ich vermute, die Antwort liegt darin, was mit dem Begriff Zampano bereits angedeutet ist. Technisch gesprochen verstehe ich unter einem Zampano (die Metapher lautet Schaumschläger)) einen Performance-Künstler wider Willen,
    einen Schauspieler, der etwas darstellt, was er nicht ist. Er hat gekonnt eine Rolle übernommen, ohne aus ihr herausfallen zu können. Helmut Schmidt zum Beispiel spielt die Rolle des Weisen; selbst wenn er behauptet, etwas nicht zu wissen, gehört das als ebenso joviale wie vorgeblich skeptisch-bescheidene Geste zum guten Ton seiner Performance, die er allerdings allen Ernstes spielt. Denn das Kostüm des Weisen hat er sich nicht nur allein angezogen, sondern es wurde ihm von der Schar derer übergeworfen, die sich gerne von sich selbst entlasten, indem sie andere anhimmeln, selbst nicht wissend, warum sie dies tun.

    War es nicht, nebenbei bemerkt, Narziss, der die Nymphe Echo nicht erhörte, weil er von Jugend auf, ohne je durch Kritik und Tadel berichtigt worden zu sein, charakterlich verschmeichelt und verzogen wurde?

    Wenn Helmut Schmidt also preisgibt, dass er eine Geliebte hatte, so gehört dieses Bekenntnis zu jener Rolle des Weisen, die er sich (aktiv-passiv) hat angezogen lassen. Ach, auch der Weise, so möchte uns dieses Bekenntnis flüstern, ist halt nur ein Sünderlein, ein Mensch. Auch darin soll sich die Größe des Geistes zeigen, dass er über kleine Verfehlungen freimütig sprechen kann. Das Büßerhemd allerdings hat noch niemandem gepasst, denn es ist das weiße Hemd, das Reinheit durch Reue … spielt.

    Phileos

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  2. Eigenartig, dass er es nötig hat. Mich interessiert das so wenig, wie der chinesische Reissack.Es nimmt ihm sogar den Zauber.
    Mir dünkt, er weilt schon fast im Jenseits. Muss man ihn bald wie Jopi am Flügel anbinden?

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