Adonis der Dichter

in Syrien geboren, lebt dieser große Dichter, der den Orient wie den Okzident kennt wie kein anderer, seit Jahrzehnten im Pariser Exil. Er gab in dieser Woche zwei Interviews, dem Spiegel und der Zeit. Unverdächtig der Islamophobie, sagt er, wir sollten uns keine Mühe machen, den Islam vom Islamismus zu unterscheiden. Das sei gut gemeint, aber falsch. Denn da der Islam keine Lehrautorität kenne und habe, gebe es eben unterschiedliche Lektüren des Koran. Die eine führe zum Frieden, die andere zum Terror der Isis. Jede bezeichene die andere als falsch, richtig aber sei keine Lektüre zu nennen. Ein richtige Lektüre gäbe es gar nicht.
Es gebe nur Machtinteressen, die gewissen Lektüren den Vorzug gäben und es finde sich eine bestimmte, verhängnisvolle Tendenz in der ganzen Geschichte der Moslems immer wieder: Die Tendenz zurück zum Ursprung, dort sei der Glaube, Wort und Wille des Propheten noch wahrhaft rein zu erleben und zu erkennen.
Das alte Ammenmärchen, das wir im Westen auch als das goldene Zeitalter kennen. Mit dessen Ende beginne die Verfallsgeschichte. Auch der Nationalsozialismus versuchte zurück auf die germanischen Urständ zu kommen,was ihn freilich so wenig wie heute die Saudis daran hinderte, alle technischen Fortschritte und Modernitäten für die grässlichen Untaten in Anspruch zu nehmen. Karl Kraus sprach deshalb von der elektrisch beleuchteten Barbarei. Adonis spricht von den religiösen Faschisten des Islams.

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