Moneymaker

die Sucht nach Geld wächst gerade bei jenen, die schon einiges haben. Wie anders ist es erklärbar, wenn stolze intelllektuelle Häupter wie der Berlinschriftsteller, Ex-Avantgardist und Godardfreund Hanns Zischler und Katharina Thalbach, die Staatsduse, Generalintendantin und Shakespearedarstellerin jetzt schon in den billigsten und süßesten Fernsehproduktionen auftreten -Zischler spielt einen ehemaligen Elektriker und Katharina die drollige Rentnermutti dazu..(Renaissance des Proletkults?)
Natürlich die Kitschfilmchen werden in Zukunft noch oft wiederholt werden, gerade jetzt, wo der allgemeine Wind wieder eisiger wird. Und die Wiederholungshonorare der Quotenschlager sind die fettesten und versorgen die Erben am sichersten. Auch Ulrich Tukur, Staatsmime Nummer 1, bemüht sich jetzt im populären Tatort seinen Platz zu behaupten, denn das Theater wird bald ganz verschwinden und die Enkel gehen gewiss nie mehr ins Theater. Sie wissen, ein Logenplatz in der Allianzarena bringt tausendmal mehr fürs Image und die Karriere als der alte, verstaubte Hochkulturdünkel, den nur noch die ewig gestrigen Studienräte und die alt-fränkischsten Akademikerinnen pflegen. Große Kunst mag geistreich sein, aber gewiss nicht mehr sexy genug für die digital kids and fans.

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2 Gedanken zu “Moneymaker

  1. Die Sucht nach Geld verleitet die Süchtigen, den Trends der Kultur zu folgen. Die Mimen und Kulturschaffenden sind letztlich nur Kulturfolger, die sich anpassen, weil sie für sich ihre richtigen Schlüsse gezogen haben.

    Kein Wunder also, daß es immer mehr Mimen ins Fersehen zieht, um sich dort einen Platz an der kulturellen Sonne in einer der Fernsehproduktionen zu ergattern. Diese Fernsehproduktionen werden zunehmen bis hin zur »Banalität des Blöden«.

    Leidtragende dieser politisch gewollten Entwicklung werden bei immer geringer werdender öffentlicher Subventionierung die Theater sein – sie sind eine aussterbende Spezies genau wie die Vertreter der Hochkultur als ihre Besucher.

    Die Theater werden sicher bald ganz verschwinden und die Enkel werden gar nicht mehr wissen, was ein Theater war. – Wohl dem also, der sich – dank seines Geldes – einen Logenplatz in dieser kulturell veramten Welt sichern kann!

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  2. Aus den Brettern, die die Welt bedeuten, sind heute für die kulturellen Moneymaker die Sprungbretter, die die Welt bedeuten, geworden.

    Ein Schauspieler, der nach Höherem drängt, muß ins Fernsehen, denn nur dort erreicht er ein Millionenpublikum und satte Gagen. So erklärt sich die stete Zunahme der Präsenz der Schauspieler im Fernsehen, gilt es doch einen der begehrten Rollen in den Fernsehproduktionen zu ergattern.

    Wichtig ist, die Kunst des rechtzeitigen Absprunges zu beherrschen. Wer den Absprung nicht rechtzeitig schafft, muß seine mimischen Künste weiterhin wohlfeil beim Theater anbieten. Er hat dann als „Moneymaker“ sein Talent nicht voll entfaltet und in klingende Münze umgewandelt.

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