Literaturkritik im Wandel

Da die Lehrstühle der sog. Literaturwissenschaft auf Jahrzehnte hinaus besetzt sind, meist mit braven Leuten der Mitte, die fleißig sind und es mit den Ideen nicht übertreiben, die 20 besseren Positionen der Literaturkritik in Zeitungen und sonstigen Medien ebenfalls längst eingenommen sind von Leuten, die nicht nur viel lesen, wie sie ständig behaupten, sondern auch eine ganze Menge vom Leben heute und seinen Marktsegmenten verstehen, da außerdem kritische Bücher über Literatur zu schreiben sinnlos ist, da dafür kaum eine Nachfrage anzuheizen ist, wie alle Verleger beinah unisono beteuern, müssen die Übrigen, die sich gerne mit Literatur beschäftigten, sogar oft leidenschaftlich, Lücken suchen und darin andere Themen wählen, die insgeheim literarisch zu behandeln sind oder eben ihre Leidenschaft in ihrem Hobbyraum daheim für sich betreiben. So kommt es zu sonderbaren, oft sich selbst fremd gehenden Existenzen. So musste der gute, einst sehr radikal beginnende Deschner bald ausscheiden und seine Kritik woandershin verlegen. Denn mit ihm wäre kein Geschäft möglich geworden, mit ihm hätte man am Ende zu wenige Stars küren können, was nicht im Interesse des Betriebs mit all seinen Interessen lag und so grenzte man ihn aus. Auch der Skeptiker Johannes Gross war für die Literatur nicht zu gebrauche nach Meinung der damals Feder führenden Apparatschicks und Oberlehrer der Zeit und soweiter. Heute hat man als Oberlehrer gerne Frauen an der Spitze, die vieles gelten lassen und nicht so streng in ihren Urteil sind, sondern eher das Kuschelige in der Poesie gerne haben wie die Frau Heidenreich oder die Frau ..ach..wie heißt sie noch, na vergessen, egal. Heute nehmen sie nicht einmal mehr den einst im Fernsehen so beliebt gewordenen smarten Roger Williamsen, er muss auch ausweichen, von der Literatur auf Politik umlernen, er kritisiert jetzt das Parlament und benotet die Abgeordneten in ihrem Können, Fleiß und Handeln. Denn als Männer hat man heute gerne Leute mit Marketingkompetenz, einen wie Dennis Scheck, der sofort auf den Punkt (USP)kommt und den Leser als Käufer niemals aus dem Blick verliert.
Ja, so ändern sich die Zeiten, waren sie früher politische Wächter und Saubermänner, so herrscht heute die Wellness-Moral vor, man verträgt sich, man ist weiblich und männlich gern einer Meinung, denn hinter den Kulissen geht das bessere Leben ja weiter schließlich. Dort will man auf Augenhöhen womöglich sogar noch ganz andere Dinge miteinander treiben. Das hört man und sieht man ganz gut von meinem Beobachtungsposten aus.

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