"Haftbefehl" und gesellsch. Realität

Das Niveau sinkt beständig.Auch in der FAZ-Sonntagszeitung liest man jetzt Fanartikel mit einem geflickten journalistischen Kittel darüber. So behauptet heute Antonia Baum, dass der Rapper „Haftbefehl“, ein Kurde, der den Weg nach oben geschafft hat, so etwas wie der Chef aller Mittelstandskinder, Hipsters und Studenten, sei, die ihm nachlaufen und seine Songs großartig fänden. Zu Recht, schreibt Frau Baum, denn seine Musiktexte zierte echte Poesie.Als Beleg dafür zitiert sie ein paar povere Verse, die nicht mehr als die üblichen und geläufigen Klischees über die halbsoziale Drogen-und Rotlicht-Unterwelt beinhalten, wie man sie täglich in jeder Straßenbahn hören kann.In Wahrheit ist sie geblendet von der coolen Masche des Stars und seinem Neureichtum, den er ihr in seiner noblen Glitzeretage zur Schau stellt. Dabei wird er in dem Interview, das er der Frau Baum großzügig gewährt, von einem Manager betreut, der seinen Ruhm verwaltet und aufpasst, dass er nicht allzu vollmundig zu prahlen anhebt. „Das wird dann nur wieder falsch verstanden.“
Das Ganze, seine Aufschneiderei, sein Reichtum, seine vulgären Texte bildeten zusammen trotz hoher Stilisierung des erniedrigten Daseins eben eine „gesellschaftliche Realität“ ab. So Frau Antonia Baum, die wohl glaubt mit diesem Urteil eine neue „geile“ Erkenntnis gewonnen zu haben.
Geil mag ja sein, doch sonst nur windige Fanpropaganda.

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