Der Fall Putin bei Jauch

Kein Mensch scheint wirklich zu wissen,was dieser Russe vorhat. Gestern brachten sie ein Interview mit ihm, in welchem er seine Sicht auf den Westen wie auf den Krieg in der Ukraine zum Besten gab. Anschließend lud Jauch eine Runde sog.Experten in seine Sendung, die nun analysieren sollten, was in diesem Interview alles drin steckte. An Lügen und Tatsachen, an Verdrehungen und Absichten. Aber leider war die Runde ein Ausfall, sie analysierten das Interview nicht, sondern gaben nur wieder alt bekannte Statements zu Russland und der geopolitischen Lage ab. Sehr enttäuschend.
Nur, übliches Medienmittelmaß. Der gesunde Menschenverstand schien verschnupft und leicht erkältet zu sein.
Keiner sagte, wo Putin mit Recht sagte,was er sagte, keiner traute sich zu sagen, hier lügt er, hier stellt er die Dinge anders dar, als sie sind. Vermutlich traten sie so leise, weil sie das deutsche Publikum nicht vor Weihnachten noch beunruhigen und in seinem Kaufrausch stören wollten und weil sie dem russischen Volk, soweit es die Sendung mibekommen kann,keinen reinen Wein über seinen Präsidenten einschenken wollten. Vorsicht schien geboten, nur ja keine allzu deutlichen Worte, schien die Devise zu lauten, die man vorher hinter den Kulissen abgesprochen hat. Schließlich darf man die Diplomatie nicht stören, in der alles Harte und Reale in süße Watte gewickelt werden muss, damit man den Herrn Putin nicht noch mehr in die Enge treibe. Selbstkritk des Westens verbot sich eh. Auch der prominente Historiker Winkler, der dabei saß, verlor sich wieder nur in seinen altbekannten Thesen. Was bedeutet das denn, wenn Putin zum Gipfel in Australien mit seiner Kriegsflotte aufmarschiert? Welches Zeichen wollte er denn damit setzen und wie wäre darauf denn zu antworten, wenn man eine Antwort hätte? Alles blieb offen, alles schien nur zur Beruhigung gemacht und gedacht. In Russland gibt es zwar wenig Porzellan, aber überall stehen auch dort Kisten dafür herum. Frau von der Leyens adrette Art, die Politik der Nato zu verharmlosen und ständig mit der offenen Hand zu kommen, die man immerzu aufhalte, denn man wolle ja nur eine friedliche Lösung akzeptieren für die Ukraine, während Putin von einer solchen zwar auch viel und eloquent rede, aber dazu nur militärische und kriegerische Taten folgen lasse. Und was hat es denn damit auf sich, dass die russische Propaganda jetzt verstärkt und massiv auch auf deutschem Boden auftritt? Wie sieht denn das politische Kind aus, das man nicht in den Brunnen fallen lassen möchte? Hat es denn jemand gesehen, wo ist seine Mutter? In einem deutschen Asylantenheim? Es blieb alles unklar, die offene Hand mag irgendwo ausgestreckt an den Grenzen Russlands schon einmal oder auch zweimal gefilmt worden sein, ein offenes Wort über die tatsächliche Lage und die bedrohliche Möglichkeit, dass Putin tatsächlich zurück in den kalten Krieg will, war nicht zu hören.
Nur wieder die seichte Musik des easy listening im ARD-Talk Medium, betreut und beschwafelt von dem smarten Herrn Jauch. Es war enttäuschend, die Leisetreterinnen und Leisetreter mit den prominenten Namen meinten wieder sehr Vieles, sagten aber so gut wie nichts, denn vielleicht schläft ja das Kind und merkt gar nichts, bevor man es endgültig in den Brunnen wirft..

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