Peter Zwey liest Karl Kraus

Karl Kraus

ich lese Karl Kraus morgen um 19 Uhr in der Scharnhorststraße 25 in Ulm und schlage damit ein weitgehend unbekanntes Kapitel unserer oft auch leidvollen Literaturgeschichte auf.

Karl Kraus anderswo weltberühmt, in Österreich viel gelesen und bekannt, war Sprachkritiker, Theaterautor, Dichter, Schauspieler und schrieb 35 Jahre lang an seiner Fackelzeitschrift, mit der er den deutschnationalen Zeitgeist attackierte. Adorno, Brecht, Joseph Roth, Canetti, Schönberg und viele andere lasen jede dieser unregelmäßig erscheinenden Schriften und besuchten die Vorlesungen dieses apokalyptischen Kritikers, dessen Aktualität bis heute fortbesteht. Die Folgen der Wirkung dieses Sprachphilosophen und Satirikers blieben nicht aus. Doch im kalten Krieg fürchtete man seinen Einfluss, hüben und drüben, und versuchte ihn tot zu schweigen. Die Gründe dafür werde ich kurz erläutern. Jonathan Franzen, der amerikanische Autor, schrieb ein Buch über ihn, das jetzt in Deutsch erscheint. Seine treffende These lauter: Kraus war der erste Blogger.

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2 Gedanken zu “Peter Zwey liest Karl Kraus

  1. Als Karl Kraus seine satirische Zeitschrift »Die Fackel« im April 1899 gründete, war er erst 25 Jahre alt. Trotz seiner Jugend wurde der Herausgeber der Fackel rasch zu einer Instanz. Für seine Angriffe und Tiraden wurde er gefürchtet und bewundert.

    Die Herausgabe der Fackel ist ein begleitendes Lebenswerk. 37 Jahrgänge lang steuerte Kraus ein sprach- und medienkritisches Mammutunternehmen, dessen Texte er ab Dezember 1911 ganz allein schrieb. Reichlich Stoff für seine Texte lieferte ihm der herrschende Zeitgeist und das Wiener Gemüt.

    »Die Fackel« kam als Heftchen mit rotem Umschlag heraus, etwa im Format DIN A 5. In den ersten Jahren zeigte das Titelblatt die Zeichnung einer Fackel vor der Silhouette Wiens mit dem Symbol des Theaters und der darstellenden Künste.

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