Der Völker-Mord an den Armeniern endlich im Kino

Der Film des deutsch türkischen Regisseur Akin „The Cut“ ist sehenswert, er zeigt mächtige monumentale Bilder des Gedenkens an den Völkermord der schrecklichen Osmanen an den Armeniern. In der Mitte aber verliert er sein Thema und reduziert die Geschichte auf die Suche des stummen Schmieds, (ihm hat man bei einem Massaker die Stimmbänder durchgeschnitten,) nach seinen Zwillings-Töchtern, die den Völkermord überlebten und in einer fatalen Odyssee nach Amerika übersetzen konnten. Eine Tochter ist tot, als er die andere noch findet am Ende, das ihm wie manche der großen Western-Landschaften in etwas zu bombastischen Hollywoodgefühlen aus der rationalen Kontrolle geriet. .
Dennoch, der Film ist notwendig und bricht ein dummes Tabu auf, das die offizielle Türkei bis heute mit einem aufklärungs-rsisenten Totschweigen behüten will.
Was mir fehlte war nicht die Ausgestaltung des Horrorgemäldes des Völkermords, der mit den symbolischen Mitteln Akins oft trefflich dargestellt ist, sondern die Verbrecherportraits der drei Paschas, die das Massaker, das 2 Millionen Armeniern das Leben kostete, anstifteten und befehligten. Man hätte gern gesehen, mit welchen Gesten und mörderischen Phrasen sie das bewerkstelligten. Solche ausbleibenden Szenen der Mächtigen hätte dem Film die nötige politsiche Schärfe verliehen. Denn die unteren Chargen, die brutal ausführen, wozu sie von staatswegen gedungen werden, sind überall dieselben und weder schuldfähig noch der Namen wert, die sie wohl dennoch hatten.
Zeigenswert ist nur, was sie verbrachen und und mit welcher Kälte sie zu Werke gingen. Diese Aufgabe hat der Film in ausreichendem Maße erfüllt und ging dann vom Requiem für die unschuldigen Toten in die andere Thematik über, die das Schicksal des Schmieds und seiner Familie bebildern half.
Das war am Ende zu wenig, die Armenier in der ganzen Welt werden es dem Regisseur dennoch danken, dass er versuchte, ihr Leiden in der ganzen Welt im Gedächtnis zu erhalten.

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