Der Überfall der Russen auf die Ukraine

Gottlob gibt es noch Schriftsteller wie die Frau Oksana Sabuschko aus der Ukraine, die uns reinen Wein einschenkt. Ich habe sie 2008 zum Donaufest hier eingeladen und mich eine halbe Nacht lang mit ihr unterhalten, als ich noch die Literaturveranstaltungen hier in Ulm leitete, bevor mich der Banause Herr Czisch, hinterfotzig wie Banausen nun einmal sind, aus dem Amt mobbte.
Sie erzählte mir viel über ihr Land.

Heute gibt sie ein Interview in der FAZ, aus dem hervorgeht, wie sehr wir Deutschen bzw. unsere Politiker aus Liebedienerei zu Zar Putin ihr Land schon wieder im Stich gelassen haben und weiterhin im Stich lassen. Es ist überhaupt alles anders gelaufen in der Ukraine, als es uns die lauwarmen Medien weismachen wollen.
Frau Sabuschko sagt: „dieser ganze Dialog-Diskurs, der von Deutschland propagiert wird, ist von der Furcht gekennzeichnet, die Dinge mit ihrem Namen zu benennen.(..) Putin erpresst den Westen mit Öl und Gas, und dann überlässt man ihm die Entscheidung, ob ihm das Leben der Ukrainer wirklich so viel mehr wert ist, als etwa die Bequemlichkeit der Deutschen.“
Da sie eine Schriftstellerin ist, die die stalinistische Raubpolitik vom Anfang bis Ende auf dem Maidan und danach erlebt hat, kann sie uns die Wahrheit ungeschminkt berichten, jenseits der politischen und medienmäßigen Phrasen und Schönhubereien.-
„ Die Gangster sind in unser Haus eingedrungen und behaupten, dass es mindestens zur Hälfte ihnen gehört, wenn nicht gleich das ganze Haus und vielleicht sogar der ganze Wohnblock -mit Budapest, Warschau und so weiter. Sie brennen nieder, sie töten, sie schießen auf Menschen. Und da sagt uns die sogenannte „Realpolitik“, dass wir mit ihnen reden müssen. Worüber denn? Der Westen soll aufhören, die russischen Offiziere, die sich auf ukrainischem Territorium aufhalten „ukrainische Rebellen“ zu nennen.“
Von unseren Politikern wie Steinmeier und Merkel wird verschleiert, dass es sich in der Ukraine um einen eindeutigen russischen Überfall handelt. Sabuschko erzählt, was in der Ukraine wirklich passiert ist. Russische Geheimdienstleute haben im Februar dieses Jahres mitten in Kiew 108 völlig unschuldige Menschen erschossen und Tausende verhaftet. Frau Merkel und Herr Steinmeier sind der Meinung, über dieses Problem sollten die Ukrainer dringend mit Herrn Putin reden. Frau Sabuschko formuliert diese Peinlichkeit diplomatisch um und sagt: „ Politiker sprechen ihre eigene Sprache, sie leben nach ihren eigen Regeln. „ Sie nehmen Putins Propagandashow für bare Münze, denn Putin ist a honorable Countryman, mit dem einfach nicht zu spaßen ist. Er hat gar keinen Humor, darin Stalin zutiefst verwandt.
„Als Putin 2008 den europäischen Politikern in Bukarest sagte, dass die Ukraine gar kein echter Staat sei, stimmten ihm alle zu, wirklich alle. Damals wurde der Ukraine und Georgien die Nato-Mitgliedschaft verweigert. Es herrschte ein stillschweigendes Einverständnis darüber, dass die beiden Länder zur russischen Einfluss-Sphäre gehörten, weil Russland immer schon ein Imperium war.“ Also konnte Putin davon ausgehen, dass der Westen stillhält, wenn er die Ukraine überfällt. Und so kam es. Steinmeier meinte erst am 8. Mai wieder, unter Schriftstellern, dass Nikolaj Gogol, der grosse Russe, ja in der Ukraine geboren wurde und russisch schrieb, und „Putin also recht habe und man mit ihm reden müsse.“
Frau Sabuschko mahnte Herrn Steinmeier so höflich wie nur möglich, er solle doch bitte keinen solchen Unsinn reden: „ was bitte hat Gogol , vom dem Steinmeier gewiss keine Ahnung hat, mit den Verbrechen zu tun, die bei uns begangen wurden? “
Nichts, aber man will eben Putin nicht widersprechen, wenn er meint, er habe das Recht in jedes Land einzufallen, in dem Menschen Russisch sprechen.
Es ist eine blutige Farce, und die Feigheit unserer Politiker blamiert uns alle, wenn wir meinen, wir dürfen wegschauen, wie schon damals beim Völkermord der Türken an den Armeniern oder heute beim Wegducken, wenn der IS die Kurden abschlachtet. Wir haben große Reden und Phrasen hinter uns gegen Hitler und den Holocaust, wir wollen viel aus der Geschichte gelernt haben, natürlich. Wir können schöne Reden halten.
Frau Sabuschko sagt uns heute, dass wir uns selbst anlügen. Dass wir kein Interesse an der Aufklärung der Verbrechen haben und lieber dem russischen Zar in den Hintern kriechen.-Denn er ist der Napoleon von heute, den großen Mann wollen wir ehrfürchtig doch nicht angreifen. Denn wer weiß, wie er auch uns in der Zukunft noch dran kriegen kann.

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