Fußball

dieser Sport wird immer mehr zum Gemeinplatz des Gesellschaftlichen, je mehr Brauereien, Autofirmen und Markenartikler sich an ihm beteiligen, sich an ihn dranhängen. Denn man kann auf diesem Label nahezu alle Waren und Sensationen massenhaft verkaufen. Events, Elektronik, Fleischwaren, Biokosmetik, alles.

Der Fußballsport eignet sich hervorragend zum Protagonisten des gesellschaftlichen Gesamtspektakels, zumal dort ja Unsummen in Millionenhöhen verspielt und verzockt werden. Schon mancher tumbe Bauernsohn kam so unverhofft und allein durch sein Geschick am Ball in die Hölle von Real Madrid.-Brave Buben und junge Männer, die ihre Gesundheit, insbesondere ihre Knochen opfern, werden zu Gladiatoren der sie finanzierenden Scheichtümer aus Politik und Wirtschaft. Ehemalige Spielerstars, hochdotierte Trainer und andere Experten außerhalb des Spielfelds geben täglich ihre Weisheiten zum Besten, Botschaften wie: „die Null muss stehen“, oder „die Wahrheit liegt auf den Platz“, die unablässig von schleimigen Moderatoren und Medienleuten vollmundig erörtert und verbreitet werden.
Einst als Massenattraktion für Arbeiter in Gang gekommen, nehmen heute alle Schichten und Gesellschaftsgruppen an dem Trubel teil, von jung bis alt, von männlich bis weiblich und kindlich. Dem richtigen Sieger-Verein zugehörend, verbessert man Prestige und Image und verleiht dem dürftigsten Ego einen Abglanz, der günstiger nirgendwo sonst zu haben ist. Immer mehr Leute pilgern im Siegeroutfit zum Stadion oder sonst wo in der Welt herum. Ähnlich den Tätowierungen am ganzen Körper, die nun überall zur Schau gestellt werden, ist auch das Fußballerdress ganz und gar gesellschaftsfähig geworden. Sogar am Abend. Es wird wie ein Bekenntnis auf der bereiten Brust in alle Nischen und öffentlichen Bereiche hinein getragen. Wer sich zum Fußball bekennt, zeigt damit sein Einverständnis zum breitesten Konsens der Biertrinker, Autofahrer und Nichtraucher. Aber auch Vegetarier, Nudisten und Esoteriker können sich diesem Breitensport des Jasagens mühelos anschließen. Im Fußball ist jeder und jede willkommen, der Massensport parodiert und repräsentiert zugleich jene Utopie, die einst die klassenlose Gesellschaft hieß.
Wer jedoch abseits bleibt oder sich gar negativ äußert, wirkt wie aus der Zeit gefallen, wird leicht verdächtig, einer abnormen Sekte anzugehören oder soeben einer psychiatrischen Anstalt entlaufen zu sein. Solche Leute tun gar daran sich zu tarnen, oder ihren Dissens im Verborgenen zu halten. Sie laufen sonst Gefahr wie Sympathisanten des Terrors angesehen zu werden.

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