Waffenlose Friedenspolitik

Der Vorsitzende der Abt.Philosophie beim ZDF, Herr Precht, tadelte gestern vornehmlich Herrn Gauck, unseren Präsidenten, aber auch sämtliche Personen bei der NATO, die rhetorisch aufrüsteten und allzu bellizistisch sich zu den bis dato schier vollkommen verborgenen Strategien des Warlords W. Putin geäußert haben. Man dürfe den Mann um des Friedens willen nicht provozieren, sondern müsse jedes Wort jetzt behutsam wägen. Natürlich sei es in gewisser Weise nicht zu bezweifeln, dass der Russe das Völkerrecht gebrochen habe – aber haben andere das nicht längst auch getan?- und dass er sich auch gewisser Grenzverletzungen schuldig gemacht habe, könne natürlich mit einigem Recht proponiert werden. Aber es helfe ja alles nichts, um zu einem friedlichen Neubeginn zurückzukehren, dürfe der kriegerische Mann auf keinen Fall gereizt oder mit aufgerüsteter Rhetorik wie im kalten Krieg herausgefordert werden. Selbst Frau Merkel müsse bekennen, dass sie in über 70 Telefonaten mit Herrn Putin einfach nicht herausfinden konnte,was der Mann letztlich will?

Ich habe schon beklagt, dass auch die Grünen und die Linken sich massiver Angriffe gegen den Herrn Präsidenten Gauck befleißigten und meinerseits darauf hingewiesen, dass es ein Grundrecht auf Selbstverteidigung gebe und Clausewitz uns lehrte, dass man den Angreifer nicht durch Zurückweichen und Schwäche ermuntern solle. Aber da predigte ich wieder einmal in den Wind. Mir schlägt leider keine aktuelle Stunde.
Denn auch Theologen der evangelischen Kirche schlossen sich der Kritik des Fernsehphilosophen Precht an. Spät gestern am Abend sprach auch Justus Frantz, der berühmte Kapellmeister, bei Lanz noch ein Friedenswort. Er bemerkte als erstes, dass er einer der wenigen sei, die Putin persönlich kennten und er möchte sagen,.dass der Russe eine ganz normaler Mensch sei und übrigens auch Morzarts Musik kenne und schätze.
Frantz hielt nicht zurück mit Selbstkritik, wir im Westen dürften den Mann jetzt nicht reizen. Das könne nur schief gehen.
Auch die große, weltberühmte Schauspielerin Senta Berger, ursprünglich ein Arbeiterkind aus Wien, das lange Zeit in der Münchner Schickeria zu überleben hatte, schloss sich dieser Meinung in etwa an, und man muss jetzt wirklich einmal feststellen, wie sehr sich die Bundesrepublik Deutschland, in den 50er Jahren hüben und drüben noch ein grimmig zänkischer Kalter Krieger- Staat, doch zu echter Sanftmut und gelebten Wellnesswerten gewandelt hat. Und aus dieser neu gewonnenen Daseinsperspektive, die uns nichts mehr am Herzen lagern lässt, als das Glück unserer Kinder und Enkel, wie Senta mit sehenswertem Pathos bei Lanz betonte, sollten wir wirklich nicht mehr, wie Herr Precht vom ZDF sagte, in eine alte längst obsolet gewordene kriegerische Rhetorik zurückfallen, sondern Herrn Putin endlich als Russen voll anerkennen und ihn in eines unserer schönsten Wellness-Schlösser einladen und dort verwöhnen.-Unsere schönen Werte erschließen sich oft erst in der praktischen Erfahrung, die unter die Haut gehen kann, bei entsprechender Massage.

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4 Gedanken zu “Waffenlose Friedenspolitik

  1. Hmm, Peter, du bist natürlich , wie immer, sehr gut informiert, deswegen habe ich großen Respekt, dir zu widerschreiben..aber, ich traue mir z.B. nicht zu,den aktuellen „Russland Konflikt“ politisch zu kommentieren. Nicht um Dich abzuhalten, sondern, weil, die Grenzen noch mehr, als schon 1980 im Schwimmen sind. Mein Ex_O pair aus der Ukraine versorgt mich z.B. wöchentlich mit ganz anderen Nachrichten als die ARD, sie empfindet die russischen Truppen als einzige Hoffnung.. Ich bin doch eher konservativ und bleibe bei der Grund deutschen Haltung: Waffen da, wo sie auch gebraucht (und bezahlt) werden können.Also natürlich in Saudi dingsdsa, jetzt in (juhu, Marktwirtschaft) Irak, Afganistan Gmbh (die mit den Teppichen halt)wie geil schwäbische Qualiware von Walther gaaanz günstig…geiz is sooo geilll..nein, freu mich, in dir eine freie Stimme in Ulm zu haben, weiter so, danke!

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  2. ja, der Precht ist ein lieber Junge, er meint es nur gut, er stellt sich die böse Problematik so vor, dass sie mit einer Nutellaparty zu beheben wäre. Gottlob ist er nur Philosoph beim ZDF und nicht Politiker geworden-

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  3. ach, weißt du Sabine, ich habe das weiger als objektiven Kommentar verstanden, sondern mehr mit Galgenhumor nehmen wollen. Alles gefärbt natürlich von meinen schlechten Erfahrungen mit den Russen aus meiner langen Zeit in Westberlin. Was mich etwas zornig macht ist die Ungeniertheit, mit der der neue Zar so ungeniert lügt und alle täuschen will. Das, nur das erinnert mich an die Terroristen des letzten Jahrhunderts…

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