Traurige Schwulen-Show

Eben aus dem Urlaub zurückgekehrt, sehe ich heute in der Zeitung die traurigen Masken der Schwulen und Lesben auf dem ersten Christopher Street-Day- jetzt auch in Neu Ulm. Anders als in den Großstädten, wo die Homo-Trans-und Intersexuellen einen vögelwilden Zauber mit ihren zur Schau gestellten Genitalien veranstalten, der Massen von Schaulustige auf die Straßen treibt, bleibt hier auf dem Petrusplatz alles im kleinen, engsten Rahmen, wo politisch die Toleranz mehr gepredigt als drastisch zur Schau gestellt wird. Zwar ist aus Stuttgart die sog. „Mutter der Schwulen“ angereist, um das Treiben unterm Regenbogen auch in der Provinz anzufeuern und auch aus Berlin kam eine Avantgarde-Künstlerin eigens an die Donau. Doch es half nicht viel, das große, massenhafte Publikum blieb aus.
Die Polizei hatte keine Mühe, die alten Sitten zu bewachen. Aus dem Donaubüro kam niemand, um Flagge zu zeigen, auch der OB („ ie kann mit dene 175er nix afange, ehrlich, Albert, gang Du zu dene..“) schickte nur seinen Stellvertreter, der jedoch tapfer seinen Mann stand und zu salbungsvollen Grußworten fand.
Es war wieder wie im Karneval, der auch nur mühsam alljährlich zustande kommt. Man will, aber der Schwung fehlt, auch die Lust an der Freude und Provokation.
Die Zeitung behandelt deshalb das Fest wie sonst auch, wenn es um Wohnungsnot, Blasmusik und andere Sachthemen geht: „Bis spät in den Abend wurde zu Live-Musik und Bier geschwatzt- wie bei jedem anderen Stadtfest halt auch.“
Also alles stinknormal, nichts Aufregendes, nur halt in schwul diesmal alles.

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