Fragment

Im letzten Monat fuhr ich häufig ins Greuth hinauf, um den Anblick der nahen Bergriesen zu genießen. Unten der schöne wald-umsäumte Moorweiher, in dem ich ab und zu schwamm, um meine Glieder zu lösen, ging ich jetzt weiter in den Kemptener Wald hinein, ziellos fast ohne Bewusstsein, zahllose Melodien innerlich summend, der Boden so weich und federnd wie nie, dass ich mein Gehen vergaß, bis ich nach Stunden auf einer Lichtung zu sitzen kam, von einem Baum zum nächsten Bild wie taumelnd, als wollt ich mich nimmer finden, dann schlief ich ein, der Traum eines farbigen Daseins umfing mich. Er spielte in einem künstlichen Orient, umgeben von rauchenden Händlern, hinzu trat eine schöne Fremde, die mich erkannte und mich in einen duftenden Raum, an einem rauschenden Brunnen vorbei, führte, um mir flüsternd aus meiner Hand zu lesen.
Doch ich verstand ihre Botschaft nicht und suchte nach Wörtern, doch ihr Anblick ließ mich verstummen und ich erwachte plötzlich wieder, es dämmerte schon und wie selig fand ich den Weg, fast ohne zu denken, zurück hinunter ins Dorf.

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