Neu- Russland

die Katze ist aus dem Sack, Herr W. Putin muss nicht mehr lügen und ständig neue Märchen erzählen. Er hat sich entschieden und erklärt nun der Welt seine Sicht der Dinge. Seine Soldaten haben sich nicht aus Versehen in der Ukraine verirrt, nein, sie sind dort eingedrungen, um den tapferen Verteidigern von Neu-Russland, so nennt er die Rebellen der Ostukraine jetzt, zu Hilfe zu kommen. Das erinnert uns natürlich an die Sowjetzeiten, als die Moskauer Kommunisten auch den Tschechen im August 1968 zu Hilfe kamen und bei ihnen nur deshalb einmarschierten, um die feindlichen Agenten und Imperialisten aus dem Westen in die Flucht zu schlagen. Das alte Muster.
Putin sieht die Politiker in der Ukraine als Faschisten an, die russische Städte im Osten des Landes erobern und deren Einwohner unterdrücken und töten wollen.Die ganze Kriegspolitik Kiews erinnere ihn an die Nazis und wie diese Leningrad überfallen, beschossen und ausgehungert haben.

Was will da Steinmeier noch sagen oder verhandeln, wie will er argumentieren? Kann er sagen: aber Herr Putin, Sie sehen das doch falsch, die Kiewer Regierung kämpft für eine Demokratie und einen Rechtsstaat nach westlichem Muster. Dafür hat sie die Stimmen des Volkes erhalten und handelt deshalb völlig legitim und keineswegs faschistisch. Sie verwechseln da etwas, das Völkerrecht haben doch Sie gebrochen, Herr Putin, außerdem haben Sie uns die letzten Monaten immerzu angelogen.. HALT! nein, das Wort Lüge darf er als Chefdiplomat natürlich niemals sagen. Das vergiftete sofort die Atmosphäre. Aber was soll er nun tun, unser Steinmeier, der sich so bemühte bisher, alle diplomatischen Kanäle immerzu offen zu halten. Auch in der Wortwahl war er immer gemäßigt und besonnen, überlegte sich jedes Wort, das er wählte, um kein Öl usw. man weiß was ich sagen will. Aber was soll er seinen Kollegen in Paris, Madrid, London und Rom jetzt für Ratschläge geben? Wie soll er den amerikanischen Freunden den Zornes-Schaum von den Lippen weg-argumentieren? Hat er überhaupt noch einen Trumpf in der Hinterhand, kann Siemens helfen, die deutsche Bank oder Mercedes mit großzügigen Geldspenden oder neuen auf den russischen Kunden maßgeschneiderten Wirtschaftsstrategien? Die Politik jedenfalls ist ratlos, sie rennt den Kriegen hinterher, ohne sie Kriege zu nennen, natürlich. Sollte sie nicht nach den Rezept meiner Großmutter: „Der Klügere gibt nach“, einfach dieses neue Gebilde „Neu Russland“ anerkennen, um wieder Ruhe reinzubekommen in den Laden, auch die Wirtschaft stöhnt ja schon sehr vernehmlich, weil die Sanktionen auch keine Möglichkeit sind und uns selbst großen Schaden zufügen. Sie sind ja ein Bumerang und gefährden die soziale Sicherheit im Lande. Was kümmert uns die Ostukraine, soll sie doch bleiben, wo der Pfeffer wächst. Wir können doch nicht überall retten und helfen. Noch dringender ist ja doch der IS, die Barbaren des islamischen Staates. Die überfordern uns auch schon, wenn wir halb Syrien und den halben Irak hier aufnehmen müssen, wegen unserer Vergangenheit und aus allgemeiner Humanität natürlich.
Was sagen die Kirchen, die Gewerkschaften, die Industrieverbände-warum reden sie nicht lauter jetzt? Warum schweigt der alte Ost-Philosoph Egon Bahr? Warum kehrt er nicht endlich aus dem Urlaub zurück, oder ist er krank?
Sie können doch nicht alles auf die Schultern des armen Herrn Steinmeier laden. Natürlich weiß jedes Kind, wenn es ehrlich ist: wegen uns, der Mehrheit der Deutschen, läge doch nichts an diesem Neu-Russland, doch die Balten und die Polen, die ehemaligen Satelliten zittern vor Angst jetzt, denn Putin könnte auch nach ihnen schnappen und ein Neu Polen oder ein Neu Lettland begründen, die er vor den Faschisten in Washington und Berlin schützen muss.
Putins Weltsicht ist vor brutalen Ãœberraschungen niemals gefeit. Sicher, man darf den Humor nie verlieren, selbst im Kriege nicht, wie uns schon die Alten sungen, aber die Situation ist vertrackt, wer ist noch da in der Welt, Willy Brandt, Franz Josef Strauß sind tot, Bahr wohl noch im Urlaub, wie gesagt, Scholl Latour tot, verdammt, wer könnte diesen Herrn Putin beruhigen? Was trinkt er, was kann er brauchen, scharfe, blutjunge Dinger wie der Berlusconi? Irgendwo muss der doch zu packen sein? Irgendwas Menschliches hat der bestimmt auch.. Neu Russland, irre über Nacht einfach ein neues Land kreieren..Napoleonmäßig, wirklich…

Advertisements

Bettina Wulff

sie sucht noch, sie braucht ein neues Image, denn sie will noch etwas vom Leben haben. Ihr Imageberater, ein bekannter Marketier, der schon so wichtige Stars wie Lothar Matthäus und Boris Becker beraten hat, weiss, dass er es bei Bettina W. nicht so leicht hat. Sie war schon eine Jacqueline Kennedy und ist rasch abgestürzt. Zuerst dachte er, sie muss etwas mit Garten machen, sie liebt Gärten, also Greenpeace oder eine berühmte Gartenfirma.
Doch die Umfragen zeigten, das traut ihr niemand zu.
Die Leute halten sie für weiblich, auch für attraktiv, aber nur 44 Prozent finden sie sympathisch. Also lautete der zweite Masterplan: was mit Kindern, Unicef am besten, oder Bildung. Aber auch das war sofort: Fehlanzeige. Man stylt eben leichter einen Fußballer um, als eine Bettina Wulff, sagt der Marketier. Einem Xabi Alonso zieht man eine Lederhose an und einen Sepplhut ins Bierzelt und schon repräsentiert er ganz Bayern, aber die Bettina? Wenn sie nur das blöde Buch nicht geschrieben hätte.
Dritter Anlauf: Gegen Goliath Google, schließlich hatte man ihr im Internet den Rufmord angetan und das Gerüchte verbreitet, dass sie eine Prostituierte gewesen sei, vor sie Christian kennen lernte, ihren Exmann und Präsidenten a.D.
Noch heute hängt ihrem Namen, wenn man sie googelt, das Preisschild Escort Begleitservice an. Dagegen klagt sie jetzt. Das lässt sich vermarkten, im Oktober ist der Prozess, den gewinnt sie, sagen ihre Anwälte, denen der mutige Fight gegen Google ebenfalls das beste Image einbringen soll.-
Der Mensch hat das Recht vergessen zu werden. Diese headline mit der lächelnden Bettina dazu auf high heels mit glitzernden Zehennägeln. Sie machen ihr Mut, ihre Anwälte und der Marketier. Das passt. Das wird der Hammer, an dem auch BILD und das Fernsehen nicht vorbeikommen.
Bettina darf sich nur nicht bestechen lassen, wenn Google die große Geldtasche öffnet. „Nimm bloß keinen Cent, denn wir wollen dich hinterher aufbauen als Kämpferin gegen Cyber-Mobbing“, sagt ihr Imageberater. Das muss klappen, das zieht Kreise, gerade jetzt, wo alles Ãngste hat vor dem Ausgespähtwerden.

Wir, die wir im Dunkeln leben, sind natürlich gespannt, ob die Bettina nochmal ganz groß herauskommt und vom Lime Light bis in unsere Träume vordringt. Denn darum geht es. Um nichts weniger.

Für meinen Freund Ralf

vor gut 11 Jahren hat sich mein Freund Ralf unter den Zug geworfen. Ich hätte seine Töne, die das Unglück ankündigten, ernster nehmen müssen. Aber er war fest entschlossen, ich fand in seiner Bibliothek entsprechende Schriften. Sein Dasein als Lohnschreiber bei der Südwestpresse, wo ihn die tumben Knechte, besonders der Maurermeister Neubeck, gequält und gedemütigt haben, bedrückte ihn oft und mehr als er zugeben wollte. Andererseits schrieb er doch auch schmucke, geistreiche Essays beim SWR 2. Als ich seine grässliche Mutter und seinen zahmen Vater nach seinem Tode kennen lernen musste, ging mir noch ein anderes Licht auf. Sie beschwerten sich bei mir, dass sie ihren Sohn nie besuchen durften. Das habe ich sehr gut verstanden. Sie erinnerten ihn an seine Hölle, an die Quelle seines Unglücks im Leben.
Dennoch schade, ich denke oft an ihn, an sein geheimes Lächeln, das er immer zu verbergen suchte, an die guten Gespräche, die ich mit ihm hatte. An seine poetischen Texte, mit welchen er sich herumquälte. Ich habe sie noch, ich werde sie eines Tages wieder vornehmen.
Er war nie mit ihnen zufrieden und wollte doch, dass sie gehört werden. Er ließ sie ein paarmal von einem miserablen Schauspieler vorlesen, im Kreise seiner Bekannten und Freunde. Dann saß er in der Ecke, bereute es und genierte sich, als die Zuhörer ihn dafür loben wollten und allerhand dummes Zeug dazu vorbrachten. Dann floh er schnell in eine düstere Kneipe und betrank sich fürchterlich.

Keine Angst vor der Technik

Die Technik frisst ihnen alle Arbeitsplätze weg, all ihre Berufungen und Dünkelsachen, aus denen sie soviel Stolz und Ehre sogen. Sicher, das ist so. Die Technik schuf soviel Komfort, Bequemlichkeit und Erleichterung,dabei hat ihnen der Philosoph Günter Anders schon vor Jahrzehnten die finstere Kehrseite gezeigt.Er hat uns prophezeit, dass die Technik uns zu ihren Dienern macht, uns erniedrigt und aller Souveränität, allen Stolzes beraubt. Aber damals kam er noch viel zu früh, außerdem hatte seine Vision diesen kulturpessimistischen Beigeschmack, den mögen die Deutschen schon gar nicht. Ich bemühe mich darum immer, so optimistisch wie möglich zu wirken, auch und gerade bei dunklen Gegenständen. Immer diese Geste des „macht nichts“, geht eh alles vorbei. Was soll’s,immer gut Zucker in den Wermut geben,sag ich mir. Anders kommst du nicht durch. Macht doch nichts, dann haben wir eben keine Arbeit mehr, Arbeit ist doch kein Heiligtum, ist doch nur ein Götze der Industriegesellschaft,die macht mit Robotern weiter, klar. Dann werden uns die Firmen eben ohne Arbeit Daseinsgelder ausgeben, reiche Sponsoren werden sich damit brüsten, uns durchzufüttern, für einen guten Zweck, werden wir für sie Tag und Nacht die Fahnen hissen. Zum Ausgleich Firmenhymnen singen, wie die Chinesen. Außerdem, gewisse Jobs wird es immer geben. Die Reichen und Superreichen lassen sich immer die Fußnägel schneiden, auch Schuhe putzen ist für sie angenehmer,wenn dafür ein Mensch vor ihnen niederkniet als so ein seelenloser steifer Roboter. Und wenn der Staat sich erst einmal in eine große Firma verwandelt, statt sich dauernd mit frommen Sprüchen voll zu stopfen, wird die Daseinsfürsorge sicher cooler ausfallen, nüchterner, auch viel sportiver. Nein, die Technik soll ruhig weiter fortschreiten,wir kommen ihr doch jetzt schon nicht mehr hinterher. Und wenn sie bald ihre Siebenmeilenstiefel anziehen wird, dann fürchte ich mich auch nicht. Dann bleiben wir eben zurück in unseren Bierstuben und hören von ihr aus der Ferne. Sie wird es schon gut meinen mit uns, so wie bisher oder sagen wir so, sie hat nichts Menschliches, sie ist nicht sadistisch wie wir oft sein können. Sie ist eben hart und konsequent in ihrem logischen Fortschreiten. Das schon, natürlich wird nicht jede ihrer Ãœberraschungen und Ãœberfälle jedem gleich gut schmecken, aber sie wird uns Anleitungen geben, wie wir uns an das Schlimmste gewöhnen. Das positive Denken und das Liken hat sie uns doch schon gelehrt.

Do you Liken oder nicht?

Jetzt reden die Leute immer von der größer gewordenen Komplexität in der Welt. Die junge Generation -wenn ich das Wort schon höre, – habe große Probleme mit dem Handeln, und feiere deshalb so viele Partys. Von einer Generation Hamlet spricht der Soziologe Beck. Klingt auch nicht schlecht, oder?
Ich glaube kein Wort davon, mag sein, dass zur sog. Realität auch noch die Virtualität im Netz hinzugekommen ist, doch die Einbildung gab es immer schon und die war doch nicht weniger virtuell. Außerdem wurde die Komplexität zu Handlungszwecken immer schon reduziert, dazu erfanden sie die Ideologien, die Schlüsselwerkzeuge, um die Verwirrung zu dämpfen. Eine solche Ideologie haben sie bisher noch nicht gefunden, oder doch? Steckt nicht hinter den social media eine solche Ideologie der Transparenz und der Kommunikation.? Begriffe, deren Bedeutung vollkommen im Dunkeln liegen und die dennoch in aller Munde ihre suggestive Wirkung nicht verfehlen. Den Geheimnissen den Garaus machen, sagen sie, wollen sie, um endlich hinter die Kulissen der verheerenden Komplexität zu schauen. Welch ein Wahn, als wäre die Welt kein Schauspiel mehr, wo die Verstellung stets zu den größten Rollen anstiftet. In diesen sozialen Medien wird alles Fragen auf ja und nein reduziert, auf Liken und Verneinen. Damit schaffen sie jede Menge Differenzen und Nuancen ab, damit lichtet sich die Komplexität doch. Nur wissen wir noch lange nicht, was daraus für plumpe Entscheidungen zum Handeln hervor kommen werden?

Der kleine Burda

Der Hubert Burda hat jetzt den Focus-Chef geschasst und für ihn einen alten Hut aus dem Schrank geholt. Den Reitz, nicht den Heimat-Film-Reitz nein, den Zeitungsreiz, den wir alle schon lange kennen, mein Gott, wir sind doch bei seinen lauwarmen Artikeln schon so oft eingeschlafen. Wie im Fußball holen sie immer wieder den alten Hub Stevens, damit hinten und vorne die Null steht.
Aber aufs Schreiben kommt es eh nicht mehr an, eher aufs Telefonieren, Emailschreiben und Netzwerken. Doch was hilft das alles noch? Die crux liegt wo anders, seit der SPIEGEL, das alte Kriegsschiff des kalten Krieges, jetzt am Samstag herauskommt. Das ist natürlich eine abgemachte Sache, damit die Sonntagszeitungen gegen Pauschalhonorar von ihm abschreiben können. Und am Montag dann steht der Focus wieder alleine da, und wer will am Montag dann die abgefressenen Lesefrüchte vom Wochenende nochmal in sich reinschlingen? Ehrlich, seien wir ehrlich, kein Schwein.
Also statt den ollen Reitz aus dem Schrank zu holen, wäre es doch besser gewesen dem SPIEGEL zuvorzukommen und am Freitag zu erscheinen. Da ist die Konkurrenz mager, da bringt nur der kleine Augstein seine linke Krakelergazette heraus. Aber das begreift der Hubert Burda einfach noch nicht. Er soll man den Vettel fragen, wie man überholt, da muss zur Not dem Gegner ein Reifen abgefahren werden. Klar. Und das Kartellamt schläft eh, von ihm ist nichts zu erhoffen. Außerdem finden die Gefechte der nächsten Zukunft eh online statt. Und da ist die Konkurrenz der Facebook-Freunde und Twitterraubritter die größte. Also gleich dort einkaufen. Das wird sich jetzt abspielen, jetzt wird der Wald nach Wilderern im Digitalen abgesucht. Dort herrschen ganz neue Regeln, wenn man von Regeln sprechen will und nicht von der Anarchie der Bauchgefühle.

Natürlich, die Zeitungswelt wird ihre seriösen Fassaden allmählich abbauen und sich dem Chaos der Leser-und Userwünsche anpassen müssen. Und diese neue Spezies will alles gerne kurz gebraten, ein stündliches Menü von Sex, Autoanzeigen, Promisensationen, Urlaubstipps und Sport, jede Menge Sport. Die Mcdonaldisierung der Informationsware hat längst begonnen. Kommentare überflüssig, eher mal einen kräftigen säuischen Kalauer zwischendrin zur Begrünung des asch-grauen Alltags und natürlich Nackedeis, Pornografie statt Hintergrundberichte. Diese sollen sich die Besserwisser und der Bildungsdünkel doch selber schreiben.
Natürlich sagt das niemand so drastisch wie ich hier. Aber es wird so kommen, ich erinnere nur an das Geschwafel, das die Politiker bei der Einführung und Lizenzierung der privaten Medien anstimmten. Von größerer Vielfalt faselten sie, was aber kam? Die aller-größte Einfalt und Seichtigkeit, in der alle Nachwuchs-Intelligenz jetzt versandet.

Unsere Geschichte

zerfällt immer mehr zur hohlen Phrase, auf die sich jeder bezieht, der unsere Geschichte kaum kennt. Sie machen damit für ihre weißen, sauberen Moralwesten Reklame, – weißer geht es nicht als wir sind, meinen sie, wollen sie sagen und fühlen sich allen haushoch überlegen, die statt auf Sunil zu setzen, noch immer rauchen und ungesund leben. Igitt.
Dass das die billigste und zugleich gefährlichste Art ist, sich aus dem Staube zu machen, ahnen sie nicht.
Es ist schon merkwürdig, wie eine Plebs sich von der Seuche des nationalistischen Größenwahns kurieren will, indem man einfach ins krasse Gegenteil verfällt, in einen süßlichen kitschigen Käßmann-Pazifismus, der bei Lichte nichts als die Kehrseite des Dschihadismus ist und diesen durch politische Ignoranz fördert und stützt. Das ahnen sie natürlich nicht. Sie haben genug Mühe damit, ihre Selbstgefälligkeit und ihr Wohlleben zu retten, alles andere geht sie nichts an. Denn das wäre anstrengend, nicht nur wegen des Studiums der eigenen Geschichte, die ja weiterhin gefährlich ist und nicht stehen blieb wie sie. Außerdem: Auch die Geschichte der anderen müsste man genauer kennen und studieren. Doch: Wer hat dazu schon die Zeit, jetzt da man soviel zu tun hat mit den facebook-Freunden und allem anderen Technokram, den man anschaffen und für den man trainieren muss. Und die eigene rechtgläubige Gesinnung, zumindest für den Hausgebrauch des Rechthabens, hat man ja schon lange sicher im Kasten..
Ãœberall trifft man diese Selbstgenügsamkeit an, diese Politik-Müdigkeit, diese Hobbymentalität. Dazu ergänzend dann ist nur der Zynismus eines alternden Großgoschiers wie Joschka Fischer, der sich in Sprüchen und Gags gefällt, wie: “ Mit Gebetskreisen wird man den Terrorismus nicht bekämpfen können.“ Was weiß dieser ordinäre Biertischstratege schon von Gebeten und ihrer Wirkung? Nichts, aber für einen zynischen Spruch gibt es immer Beifall genug. Damit kann er fest rechnen. Er reklamiert ja auch immer seine tiefere Einsicht in unsere Geschichte, in der er mit seinem Kumpel Gerd leider eine blamable Rolle gespielt hat.
Unsere Geschichte ist ein Joker, eine Gesinnungskeule, beliebig einsetzbar, vor allem immer dann, wenn es nicht nur einen anstrengenden Gedanken kosten würde, sondern auch dessen Konsequenz im mutigen Handeln.
Aber Handeln? Ist das nicht eine Kommerzkategorie, Kundenbetreuung und sowas? Für Politik reicht doch ein Geschwätz, eine rasante Talkshow mit prominenten Gästen.