Der Fall Christine Haderthauer

nachdem vor einem halben Jahr schon der Spiegel- das Magazin- einmal in die anrüchigen Geschäfte der Christine Haderthauer hinein geleuchtet hat, die sie zusammen mit ihrem Mann Hubert betrieben hat, bevor sie ins Staatsministerium Seehofers eintrat, um dessen politische Papiere und Akten zu ordnen, kommt erneut Zugluft in die Angelegenheit. Jetzt hat auch die Opposition im Landtag Lunte gerochen. Worum geht es? Hubert Haderthauer hatte lange Zeit als Landgerichtsrat nebenher eine Firma laufen, die Automodelle, die psychisch kranke Straftäter herstellten, für erklecklich hohe Summen verkauft. Da er als Beamter tunlichst vermeiden wollte, auch noch als Geschäftsmann aufzutreten, sprang für ihn seine Frau Christine in die Bresche.
Muss sie jetzt zurücktreten, wie die Oppositionellen in Bayern fordern? Nein, meint Henry Stern von der Allgäuer Zeitung. Sie sei doch politisch korrekt kurz vor Dienstantritt bei Seehofer aus der Firma ausgeschieden. Und dieser Landesfürst habe inzwischen auch eine saftige Ehrenerklärung für seine Getreue abgegeben. Noch Fragen? Na also. Meckern gilt nicht. Doch Herr Stern von der AZ, der natürlich weiß, was ein solches Ehrenwort des bayrischen Superhorst wiegt, würde sich gern für Frau Christine ins Zeug legen, wenn sie nicht so arrogant wäre und nur scheibchenweise wie einst der unsägliche Herr Wulff mit der Wahrheit herausrückte, nach der man sie doch nur höflich fragt. Doch das geht nicht, meint Henry Stern und er prophezeit, dieser Schlamassel eines nicht ganz astreinen Geschäfts, – sie weiß das doch, sie ist ja Juristin, – wird an ihr kleben bleiben wie—

Doch Srern rudert gleich wieder zurück: Also sonst könne man ja über die „moralische Dimension“ des Geschäfts mit den Modellautos denken wie man wolle. Nein, das kann man wohl nicht, denn das Geschäft mag eine legale oder auch nur randlegale Dimension haben, auch eine
zwielichtige oder irgendwie verdächtige, eine moralische Dimension aber hat die Sache ganz sicher nicht. Herr Henry Stern war hier aber wohl in ein moralisches Dilemma getreten und wollte nur sagen, dass er hier noch gar keine feste Meinung vertreten kann. Freilich ganz gut gefällt ihm Frau Haderthauer nicht mehr. Ich denke, sie wird darüber hinwegkommen.

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