Das Schauspiel Fußball

Jubel, Freude und tiefe Traurigkeit liegen dicht nebeneinander am Ende der KO-Spiele bei der Fußball-WM. Die einen sind außer sich vor Freude, die andern stumm, verstört und traurig, dass sie’s nicht geschafft haben, trotz all der Anstrengung und des harten Kampfes. Das Schlimmste aber ist das Verlieren bei dem Elfmeterschießen, denn dann ist es nicht die Mannschaft, die versagte, sondern der einzelne Spieler. Dem wird man das nie vergessen, der zuletzt den entscheidenden Elfer verschoss. Er schämt sich, er möchte von allen Bildschirmen für immer verschwinden.Er hat Millionen Fans, statt sie zu erlösen,in Kummer und Trauer gestürzt. Ein großes Drama.Dann lieber am Ende der Verlängerung der Spielzeit verlieren durch ein Eigentor. Auch schlimm, aber besser zu verdrängen. Es ist halt Pech, kann eigentlich jedem passieren, aber einen Elfer verschießen, das darf nicht geschehen. Vor allem keinem Profi, der täglich trainiert, der hohe Premien für die Teilnahme an der WM kassiert, in allen Medien berühmt wird und für jeden Sieg einen extra-Bonus erhält. Er trägt mit die Verantwortung, wenn ein Fan den Infarkt bekommt oder einen Hirnschlag vor Schreck. Man sieht ihnen die Angst an allen Gliedern und im Gesicht an, wenn sie zum Elfmeterpunkt gehen, allein ohne die Mannschaft, die im Hintergrund wartet, bangt und zittert vor Spannung. Mancher bekreuzigt sich noch. Nein. Es steht zuviel auf dem Spiel.Schafft dieses Elfmeterschießen ab,werft lieber das Los. Es ist auch ungerecht, aber menschlicher,es ist wenigstens dann das Schicksal selbst, das entscheidet.

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