Amerika im Fußball

Viele Amerikaner haben heute die harte Probe zu bestehen, patriotische Hochgefühle zu entfalten für einen Fußballsport, dessen Regeln und Faszination sie kaum kennen. Dazu kommt, dass sie 90 Minuten vor der Glotze ohne Werbeunterbrechung zu überstehen haben. Das ist auch für die Konsumenten unseres Privatfernsehens oft hart, denen auch immer klarer wird, dass die Qualität der Werbe-Gags und der kleinen pointierten Filmspots Sinn und Funktion des übrigen Programms weit übertrifft. Außerdem schaffen die Werbepausen Abwechslung, Zeit für die Nutzung anderer Medien und die Gelegenheit, mal wieder zum Kühlschrank zu gehen, um Getränke und fastfood zu ordern.
Diese Szene der Fußballpause wird übrigens auch in einem deutschen tv-Spot von dem Mittelfeldgenie Schweinsteiger im Kreise seiner Fans formidabel performt, wenn er kurz darauf, nur Minuten später, auf dem WM-Rasen brilliert und seine präzisen Querpässe serviert.
Das Medium selbst ist die Botschaft. Das Fernsehen geht vor allen anderen Programmfüllungen und Contents, auch im Fußball. Doch sollte das Match heute für die US-Soccerboys blamabel enden, dann hat sich die fremde Sportart für Amerika auch gleich wieder erledigt.
Die Amis sind das Siegen gewohnt, wo sie verlieren, wenden sie sich mit Grausen ab. Aus Niederlagen machen sie sich gar nichts. Stolz und Würde des Verlierers kennen sie nicht. Das ist etwas für die anderen, für die Skandinavier und die heißblütigen Südländer, die daraus ihren kulturellen Mehrwert ziehen. Für die Amis ist das Bullshit, nichts sonst.

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