Der Stil Peter Sloterdijks

Der Stil Peter Sloterdijks, auch in seinem neuen Text: „die schrecklichen Kinder der Neuzeit“, ist oft monströs, unnötig kompliziert, schwankend zwischen Medienjargon und sophistischer Terminologie. Doch seine poetischen Einfälle und Deutungen der Ideengeschichte sind dennoch interessant und manchmal sogar originell. Auch sein Befremdung über die Ideologen des 20. Jahrhunderts, ihre Selbstgewissheiten, etwa die Lenins und dessen Gewaltbereitschaft, teile ich. Sie führten die Dummen nach Hameln und verheizten sie dort. Schrecklich und idiotisch zugleich.
Interessant auch seine Reflexion auf die Euphorie hie und die Abwehr des Fortschrittsbegriffs dort. Wie trivial sie die Geschichte missverstanden haben, von heute aus ist das kaum fassbar, so simpel und trivial.
„ Was von der einen Seite aus als gewusster und gewollter Fortschritt auf langen, manchmal gewundenen Alleen ausgelegt wird, erscheint der anderen Partei als chronisches Nach-vorne-Stürzen , das sich als Tat, als Projekt und planvolles Handeln camoufliert.“
Die Metapher des Sturzes nach vorne entlehnt er Nietzsche, die langen Alleen sind etwas ungenau, und er meint wohl die verkwasten Abhandlungen der marxistischen Geschichtsphilosophie, die heute noch immer von den 68ern und ihren Anhängern geglaubt werden.
Sloterdijk beschreibt die geistige Obdachlosigkeit der Modernen, in der Folge der französischen Revolution. Dort geschah ein Bruch mit dem Alten, mit der Tradition, doch sieht er auf diese, vermutlich um seiner Kritik der Moderne ein Fundament zu geben, zu gutgläubig, zu bedürftig, um einen Grund unter seinen Gedanken zu spüren.
Er gehört selbst doch auch zu den Obdachlosen, er findet nicht zu einer Religion, zu einer Offenbarung, die ihn zur Poesie hinrisse und die Krücken der soziologischen und philosophischen Termine wegwerfen hieße.
Schade, eigentlich, er wagt es nicht, ganz auf das Terrain der Metaphern überzusiedeln. Er sichert sich ab auf der Basis seiner akademischen Studien, die er mit Amusement und allzu angestrengtem Ehrgeiz in seine Art philosophisches Feuilleton transkribiert.

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