Reform des Konservatismus?

Wer spürt noch die Paradoxie in dieser Frage, in dieser Absicht? Für eine Parteireform der CDU ist es höchste Zeit. Wenn man dafür allerdings die anderen Parteien mit ihren Frauen-und Migrantenthemen und anderem Zeitgeistkram nur mehr oder weniger abkupfern will, ist das zwar verständlich, aber auch äußerst fragwürdig. Man braucht dazu vor allem einen Vorausblick in das Kommende und eine Reflexion auf das, was einmal konservativ hieß. Inwiefern ist letzteres aber noch ein Thema der Zukunft? War konservativ nicht immer nur der Gegensatzpol zu dem,was industrieller Fortschritt war? Und ist jetzt, da aller Fortschritt von der technischen Entwicklung allein bestimmt ist, konservativ noch viel mehr als der Einspruch gegen die Entfremdung der Geschicke und der Geschichte vom menschlichen Willen?

Vielleicht noch denkbar als skeptische Position gegenüber all dem,was technischer Fortschritt heißt? Oder ist dieser Fortschritt auch denkbar und mit Maßen vernünftig, wenn er nicht zugleich die restlose gesellschaftliche Anpassung an ihn bedeutet? Und ist das überhaupt möglich? Man erkennt sofort, die Fragen sind so weitreichend und so schwierig zu beantworten, dass die CDU darauf nicht im geringsten vorbereitet sein kann. Sie will eine kosmetische Reparatur, besser ankommen bei den jungen Leuten und den Fans zeitläufiger Events in den großen Städten,es geht um Wählerwerbung, um nichts sonst vorläufig. Insofern dürfen sie diese Reform, wie sie vollmundig sagen, am besten gleich den großen Werbeagenturen überlassen. Sie erledigen das schon. Inzwischen können die Vordenker und Theoretiker des gesellschaftlichen Wandels der einst konservativen Partei sich zurückziehen und sich an das wirklich fundamentale Denken wagen, zunächst keinem Nutzen verpflichtet. .
Es braucht sehr viel Zeit über die Zukunft, die unvermeidbar, und die Zukunft, die man will bzw. verhindern will, etwas Tragfähiges zu erdenken und zu planen.
Bis Herbst 2015 ist da nur eine äußere Anpassung an die kurrenten Zeittendenzen mit gewissen konservativ erscheinenden Akzenten möglich. Mehr nicht. Im laufenden, immer schnelleren Betrieb aber ist ein solches Denken und Vor-Denken gar nicht möglich.

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