Ignoranz und Öffentlichkeit

las in der Zeitschrift Vatican ein Portrait des Papstes Paul VI. Danach haben die meistem diesen Mann, der durchaus ein Mann der Zeit war, völlig verkannt und falsch gesehen. Abgesehen von seiner orthodoxen Kurienpolitik war er politisch ein Linker, er empfand den Kapitalismus als Scheusal und versuchte ständig mit dem Kreml in einen Dialog zu kommen und auch darauf zu achten, die Interessen Moskaus nicht zu verletzen. Zur Not düpierte er Israel zugunsten der Sojwets. Die Kremlgreise aber kapierten das nicht und nahmen die politischen Offerten des Papstes nicht an. Dieser ging allerdings den Verlautbarungen des Kremls zum Teil auch auf den Leim. Er glaubte tatsächlich an eine pragmatische Friedenspolitik der Moskauer Kommunisten und pfiff seine moskaukritischen Kardinäle in Polen, der Tschechoslowakei und Ungarn zurück. Auch das glückte ihm nicht ganz, er scheiterte auch damit und wurde deshalb von Kritikern innerhalb der katholischen Kirche als Hamlet verspottet.
Der auf ihn folgende Papst Johannes Paul II nahm diesen Kurs wieder zurück und bekämpfte den Kommunismus der Sowjets aufs heftigste, mit dem er weit größere und durchweg negative Erfahrungen gemacht hatte. Wie das Ganze ausging, wissen wir heute. Bemerkenswert aber fand ich, dass die meisten von uns von diesem Linkskurs Paul VI so gut wie gar nichts wahrgenommen haben. Auch die Medien schliefen fest damals und pflegten ganz andere Steckenpferde zu reiten.

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