Frank Schirrmachers Tod

er kam zu früh, mit 54 Jahren starb er am Herzinfark. Er hat sich wohl überfordert, eigentlich von Anfang an. Sehr jung hatte er in sehr große Schuhe zu schlüpfen. Er versuchte sich sofort als Vordenker, bevor er noch einen unverwechselbaren Stil für sich erfinden konnte. So blieb er eine Mischung aus Wissenschaftler und Journalist mit philosophischen Ambitionen. Man gab ihm keine Zeit zur Reifung. Er sah so jungenhaft kindlich aus, Mitte der 80er Jahre, als ihn seine Karriere ganz steil hinaufführte und alterte drum sehr schnell. Ich fand ihn oft interessant, aber er riss mich selten hin. Schade, ich hätte ihn gerne weiterhin kritisch verfolgt. Seine Themen bestimmten die europäische Diskurskonjunktur, sein Stil war nie so weit entwickelt wie sein ehrgeiziger Plan, den er immer beherzt ausführte. Es tut mir sehr leid, diesen intellektuellen Zeitgenossen heute verloren zu haben.

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