Die Chancen des Alters

Der Philosoph sagt, wer gegen das Altern kämpft, altert nur, reift nicht. Er verzichtet also auf die einzige Chance, die er hat. Dazu gehört auch, dass der Alternde zunehmend seiner Meinungen gewiss, sie nicht mehr jederzeit äußert. Schon gar nicht, wenn er nicht danach gefragt wird. Müde der Meinungskämpfe lässt er die Jungen an ihre neuen Träume glauben, sie haben das Privileg, jede Menge Marktgängiges dabei auszuprobieren und zu verbreiten. Wie oft hat die Jugend im letzten Jahrhundert den schlimmsten Demagogen zugejubelt. Das zu untersuchen unterliegt einem strengen Tabu, denn wem jubeln sie heute schon wieder zu? Darüber schweigt man.
Bei den Alten aber reden nur die Dummen Unsinn.

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Ein Gedanke zu “Die Chancen des Alters

  1. Demokritos schrieb:

    „Der Greis ist einmal jung gewesen, es ist ungewiß, ob der Jüngling bis zum Greisenalter gelangt. So ist es klar, daß das, was schon hinter einem liegt, ein besseres Gut ist als das, was in der Zukunft liegt und unsicher ist.“

    aus: Die Anfänge der Abendländischen Philosophie; Buchclub, Zürich

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