Freitag im Salon

In Jakob Augsteins „Freitag“Zeitung heißt es unter anderem in den Vorbemerkungen zu den Salon- Gesprächen:

„Sind wir Zeuge einer neuen Omnipotenz der Medien? Wie berechtigt ist die (Selbst-)kritik? Und welche Rolle spielen die neuen Medien, die den Druck, News zu produzieren, auf dem hart umkämpften Medienmarkt permanent erhöhen?“

Bemerkenswert erscheint mir der Ausdruck „News produzieren“. Die neuesten brand-aktuellen Nachrichten werden also gemacht. Das klingt allerdings omnipotent. Das heißt wahrscheinlich auch, dass wenn die Welt keine Neuigkeiten abwirft, müssen sie eben fabriziert werden. Und manche Nachricht muss aufgehübscht,pikanter gemacht werden als sie im Rohzustand ist. Das ist eh jedesmal erkennbar.
Auch die Frage nach der Kritik bzw. Selbstkritik erscheint mir etwas verschroben.
Denn entweder ist Kritik das, was sie sein kann, dann bedarf sie keiner Berechtigung, denn wer möchte ihr diese einschränken oder gar absprechen? Die Geschäftsführung? Dieser ist das natürlich zuzutrauen und deshalb sollte sie auch genannt werden, sonst hängt der Satz in der Luft und man weiß nicht, wie er zu verstehen wäre.
Ja, die Sprache bringt es an den Tag, auch das Verdrängte und Verschwiegene. Man muss nur lesen können.

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