Nach dem Untergang

Ernst Jüngers „In Stahlgewittern“ sei das wichtigste Buch über den ersten Weltkrieg. Rainald Götz der „Gewährsmann „an den Aufmerksamkeitsfronten der Nacht“, so schwafelt eine Literaturkritik von heute ins Blasierte, die offenbar keinen Ruf mehr zu verlieren, keine Ehre mehr zu verteidigen hat. Es herrscht Ausverkaufsatmosphäre, alles muss raus, man muss leben davon, was eben da ist. Mehr geht gar nicht. Alles eignet sich gerade noch als Material für den Heiner-Müller-Lehrstuhl.
Skepsis, Distanz zum herrschenden Jargon ist nicht mehr gefragt, wo das allgegenwärtige Marketing die Spielregeln bestimmt. Wo die Oberflächlichen orakeln, dass in ihrer Tiefe nichts mehr zu holen ist, außer den verstaubten Ideologien Alt-Europas.Was auf den Märkten nichts bringt, geht unsere narzisstische Ich-Kultur eh nichts mehr an. Vergesst es, vorwärts geht es auch ohne die Erinnerung, die sich eh bequemer sampeln als ergrübeln lässt. Das Private ist eine Tarnkappe, mit der jeder die Öffentlichkeit überfallen kann, wenn er sich nur genügend schrill gibt dabei. Siehe Conchita, die heute vom österreichischen Bundeskanzler empfangen wird, der damit sein tolerantes Image schmückt. Sicher auch ein Fall für R. Götz, der damit seine Abfall -Literatur anreichern kann.

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