Geiselbefreiung- sub specie aeternitatis

Bei der Befreiung der Geiseln in der Ukraine hatte sicher Gerd Schröder seine geheime Rolle gespielt. Als Duzfreund Putins wird er dem Russen in seiner hemdsärmeligen Fußballerart – und nachdem die Fotografen weg waren, die seine brüderliche Umarmung mit dem Kremlfürsten aufnahmen- auf die Schulter geklopft und ihn beraten haben, wie er dem Westen aufs Neue imponieren kann. Wie man das politische Schach mit dem Westen heute spielt. Schröder hatte noch nie Berührungsängste, mit Diktatoren vertraulich und jovial umzugehen. Hatte er nicht auch Gaddafi weiland umarmt und geherzt? Schröder ist ein Crack in Sachen Männerfreundschaft. Das sieht man ihm an, sein krachendes Lachen lässt die Abgründe erahnen, die er kennt und aus denen er sich immer wieder herausretten konnte. Heute ist er ein reicher Mann, er hat das Beste und Lukrativste aus seiner Laufbahn gemacht. Die große Kohle verdienen, das ist schließlich keine Schande, sondern pure Männlichkeit. Freilich wird sein Putincoup vorerst under cover bleiben müssen und erst nach Jahrzehnten, wenn die Historiker in die Archive vorgelassen werden, darf es die Nachwelt dann schwarz auf weiß erfahren, welch ein politischer Löwe unser Gerd war.
Aber ich bin sicher, er hat das Ding mit Putin gedreht, Politik ist schließlich wie der harte Fußball nichts fürs Mädchenpensionat, wie man sagt. Ich erinnere mich, dass Schröder vor einigen Wochen in der ZEIT sagte, dass die Russen mit der Demokratie eben noch nicht so weit seien, sie brauchten noch Zeit, das müsse man mit historischem Bewusstsein doch ganz klar sehen. Ich dachte mir damals, weiß er eigentlich, wie solche Sätze seines politischen Weistums in den Ohren der Putinopfer klingen, die jetzt in den Lagern schmachten? Auch Helmut Schmidt redet ja gerne so fahrlässig über die Menschenrechte in China, wo man diese eben nicht so hochhänge wie bei uns. Ja, dort ist eben wie in Russland ein Menschenleben nicht so viel wert wie bei uns. Das muss man doch wissen. Kann uns das hindern, mit ihnen erfolgreiche Politik und gute Geschäfte zu machen?
Männer wie Schröder&Schmidt wissen, dass man mit Moral keine Politik machen kann, jedenfalls keine, mit der sie danach streben, sich im Pantheon der Geschichte ihre Plätze zu sichern. .

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