Sachsendie, ja Kruzitürken noch einmal

..wer immer der Lyriker ist, der jetzt den Büchnerpreis 2014 bekommt,aber dass ihn ein gewisser Herr Platthaus von der FAZ heute gleich als falschen Büchnerpreisträger bezeichnet, weil er dafür doch zu alt sei,ist eine Geschmacklosigkeit. Wie jung ist denn schon der Herr Platthaus? Was weiß er denn von Lyrik?

Lustiger als dieser Platthaus ist schon der Musikrezensent einer hiesigen Kreiszeitung, der behauptet, dass ein gewisser Weltmeister an der Gitarre „in der Klangfarbe Maßstäbe setzt.“ Ja, das Rühmen will eben gelernt sein. Sonst verschieben sich die Maßstäbe dafür leicht ins Verschrobene.

Den Vogel aber schießt zweifellos wieder der Günther Oettinger ab, der noch amtierende Europakommissar von Brüssel.Heute fragt ihn die Bildzeitung, ob er Angst um seinen Job als Kommissar in Brüssel habe, da doch jetzt Martin Schulz ihn ablösen könnte bald.
Nein, er habe so viel zu tun, gibt er den schwäbischen Gschaftlhuber. Dann lockt ihn die BILD: allerdings höre man jetzt auch, so sicher sei die Sache mit Martin Schulz noch gar nicht.

Jetzt Oettinger, clearly not aware of it: „ Ich verstehe diese Stimmen gut. Die CDU hat die Wahl klar gewonnen, die SPD hat zwar aufgeholt, aber wenn im Fußball eine Mannschaft mit 0:4 hinten liegt und dann mit zwei Toren aufholt, ist der Sieger immer noch die CDU, die den Pokal bekommt.“

Heilig’s Blechle, gehtÂ’s noch absurder. Oettinger schießt fotlaufend Eigentore für Baden Württemberg, angeblich das Ländle der Leistungsträger. Diese toppen einander, erst Mappus den Ötti und jetzt auch noch der Kretschmann.
Solche unfreiwilligen Komiker wählen die Schwaben und denken sich anscheinend gar nichts mehr dabei.

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Meinungsfreiheit unter Türken und Deutsch-Türken

Anlässlich seiner regierungskritischen Beiträge über das Grubenunglück in Soma bei spiegel-online wird Kazim, der Korrespondent in Istanbul, mit Todesdrohungen attackiert.
Kazim hatte einen Bergmann in Soma in einer Ãœberschrift bei „Spiegel Online“ mit den Worten zitiert: „Scher Dich zum Teufel, Erdogan!“
Türkische Regierungsanhänger und regierungsnahe Medien erweckten sofort den Eindruck, „Der Spiegel“ selber wünsche den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan zum Teufel. Diesen Vorwurf wiederholte Erdogan bei seinem Auftritt in Köln auch persönlich.
Sie verstehen noch immer nicht, welche Funktion ein Zitat hat.

Unter dem Hashtag „Scher Dich ZumTeufel“ begann eine Kampagne gegen das Magazin und Kazim. Er habe inzwischen rund 10.000 E-Mails, Tweets und Facebook-Nachrichten wie „Wenn wir Dich auf der Straße sehen, schneiden wir Dir die Kehle durch“ erhalten, sagte der Korrespondent der Deutschen Presse-Agentur.
Zudem sei er als „jüdischer Feind“ Erdogans beschimpft worden.
Was lehrt uns das alles? Wer hat es immer noch nicht kapiert? Die Türkei gehört niemals zu Europa.

Freitag im Salon

In Jakob Augsteins „Freitag“Zeitung heißt es unter anderem in den Vorbemerkungen zu den Salon- Gesprächen:

„Sind wir Zeuge einer neuen Omnipotenz der Medien? Wie berechtigt ist die (Selbst-)kritik? Und welche Rolle spielen die neuen Medien, die den Druck, News zu produzieren, auf dem hart umkämpften Medienmarkt permanent erhöhen?“

Bemerkenswert erscheint mir der Ausdruck „News produzieren“. Die neuesten brand-aktuellen Nachrichten werden also gemacht. Das klingt allerdings omnipotent. Das heißt wahrscheinlich auch, dass wenn die Welt keine Neuigkeiten abwirft, müssen sie eben fabriziert werden. Und manche Nachricht muss aufgehübscht,pikanter gemacht werden als sie im Rohzustand ist. Das ist eh jedesmal erkennbar.
Auch die Frage nach der Kritik bzw. Selbstkritik erscheint mir etwas verschroben.
Denn entweder ist Kritik das, was sie sein kann, dann bedarf sie keiner Berechtigung, denn wer möchte ihr diese einschränken oder gar absprechen? Die Geschäftsführung? Dieser ist das natürlich zuzutrauen und deshalb sollte sie auch genannt werden, sonst hängt der Satz in der Luft und man weiß nicht, wie er zu verstehen wäre.
Ja, die Sprache bringt es an den Tag, auch das Verdrängte und Verschwiegene. Man muss nur lesen können.

Die Gier

Die Gier, die der Kapitalismus jetzt als sein Hauptmotiv schamlos und brutal aufdeckt, ist nur vergleichbar mit der Pest, die frueher das massenhafte Begehren nach dem Heldentod oder nach der Gleichmacherei im Stalinismus hervorgerufen und verbreitet hatte. Wir gelangen von einer gesellschaftlichen Epidemie in die naechste.
Darum hat es keinen hoeheren Sinn mehr, die Misere immer neu zu beklagen und zu attackieren,es gilt, ein anderes erhabeneres Motiv der Gier und ihren speckigen Halbgoettern entgegenzusetzen. Es gibt keinen anderen Weg.
Das Neue, das Faszinierende und Bessere ist anfaenglich immer rein fiktiv, bevor es der Orientierung im Handeln dienen kann.
Vorbereitend auf das neue Zeitalter der Kunst und der hoeheren Ideen, gilt es jetzt zuerst die Tempel zu reinigen, also die Theater von den Muellkwerkern zu befreien und die Gedheinis und Marketingschwaetzer aus den Konzerthallen zu vertreiben, schon wird alles besser sein, Licht erscheint im Eingang der neuen Epoche.

ich staune

wie wenig erschrocken sich einige Politiker über die desaströse Europawahl zeigen. Wie schnell sie in den üblichen Jargon ihrer Routinen zurückfallen. Als wäre gar nicht viel geschehen. Über die Katasrophe in Frankreich redet kaum einer. Dabei ist Frankreich das erste Land, das die Idee eines einigen Europas auf den Weg gebracht hat. Die Idee, die bei den Völkern kaum angekommen ist. im Gegeteil, außerhalb Deutschlands fürchtet man jetzt eine deutsche Zwangs-und Sparversion von Europa.Vor dieser Karikatur erschrecken die Deutschen am wenigsten.
Am erstaunlichsten ist für mich das Ergebnis in Spanien, kaum Aufgeregtheit, keine Radikalinskis sind dort erfolgreich, niemand neigt dort zum Fanatismus. Nein, gelassen bleiben sie dort auf dem Teppich, obschon sie die größten sozialen Probleme zu beheben haben. Es sitzt ihnen noch der Terror des Faschismus in Nacken. Sie glauben nie mehr an die Politik, scheint mir und es enstpricht meinen Erfahrungen mit einigen spanischen Dichtern und Schriftstellern, die ich sehr bewundere. Die Spanier könnten in Europa vorangehen, mit ihrem Sinn für Humor und ihrer Skepsis gegen Heilsbringer in der Politik. Eine Einwanderung junger Spanier bei uns könnte uns sehr gut tun, verbesserte sofort unsere Kultur, an der die Deustchtürken so wenig Interesse zeigen.

Verkaufe dich selbst und du wirst gekauft

Die Verkäufer unter uns vermehren sich wundersam. Niemand mehr will Installateur sein, wenn man stattdessen in wenigen Monaten auch Internetmillionär werden, nein, sein kann. Aber statt die Millionen an irgendeinem Traumstrand Australiens zu verprassen, kriegt er den Kanal nicht voll, sondern will auch Dir helfen, Millionär zu werden.
Er bietet Dir seine Trickkiste zum Schnäppchenpreis an, denn eigentlich ist es teuer, solch eine Trickkiste kostet normalerweis ja 3000 €. Da es aber du bist, eine arme Sau wie er, der Installateur auch noch vor ein paar Monaten, und du ihm zuhörst bei seinem großartigen Webinar, auf dem er in einem Superdeutsch, in welchem er auch schon mehrere Bücher verfasst hat,zu dir quasselt, bietet er dir seine Trickkiste zu 90 % verbilligt an und du musst nur 300 € bezahlen, allerdings sofort, denn dann, also bald, schließt er seinen Billigladen wieder und wenn du nicht zugreifst, bleibst du eben eine arme Seele, statt Verkäufer zu werden wie er, um schon morgen Millionen zu verdienen. Klingt das nicht wunderbar?
Ich finde schon und es wird deshalb viele Menschen geben, die dem ehemaligen Installateur in sein Hameln folgen .- Hoffentlich werden sie alle so reich wie er und verprassen ihr Geld ebenfalls nicht gleich, sondern vermehren es weiterhin, denn so werden aus Millionen bald Milliarden und dann ist das allergrößte Glück Realität auf Erden geworden.
Dazu musst du eines wissen, nämlich an das Ziel glauben und das geht so, dass du nicht auf das Ziel als solches fixiert bist, sondern auf das Gefühl, du wärst schon am Ziel, dann geht alles wie von selbs. Dann musst du nur noch sein Persönlichkeitsentwicklungsseminar besuchen, das enorm günstig ist und nur etwa 2000 € im Jahr kosten wird. Aber was ist das schon gegen die Millionen, die du währenddessen du im Crashkurs eine Persönlichkeit wirst, schon ganz nebenher verdienen wirst.
Unglaublich diese Verkäuferseelen, die es auf die Märkte schwemmt,sodass es bald keinen einzigen Installateur mehr gibt und solch einfache Arbeitsmänner aus Afrika importiert werden müssen, bis auch diese dann diese Trickkiste entdecken, sie kaufen und wieder verkaufen-. Ein Haken? Eigentlich nicht,wenn du das Pozential an Glauben an dich selbst mobilisierst, das immer schon in dir schlummert, wenn du ganz ehrlich bist. Ich bin froh, dass ich das alles so schnell verstanden habe und jetzt nur noch die 300 € irgednwo herholen muss, um auch meinen Job als Installateur an den Nagel zu hängen, um endlich Millionär sowohl, als auch eine Persönlichkeit zu werden.

Matchball

Fundstück: Mit der rhetorischen Figur des Oxymeron versucht sich die FAZ der Frau Nahles zu nähern. Nennt sie:“ die fröhliche Nervensäge.“

Homöopathische Politik: Die meisten Deutschen denken über Europa ganz ähnlich wie über Deutschland. Als könnte das heilsam sein.

Millionen von Liebhabern verehren Rainer Maria Rilke wie den Andre Rieu der Poesie.