Bloggen

die Einbrüche des Virtuellen und Hyperrealen ins Gegenwärtige sind so enorm und alle bisherigen Maßstäbe zerbrechend, dass der Versuch, im eigenen Bewusstsein Orientierung zu suchen, zum Abenteuer wird. Das mediale und gesellschaftliche Chaos wie eine Wildnis zu betreten und dabei immer wieder bei sich selbst Trost und Mut im Deutschen zu suchen, das man einmal lernen sollte, schon lange bevor man alle Gefährten des Anfangs verloren hat. Einige sind gestorben, einige fand ich nie wieder, andere waren so verwandelt plötzlich, dass ich nichts mehr an Ihnen erkannte, das mich weiter mit ihnen verbände.

Die bewährten Begriffe sind wie Planken, auf die ich mich einmal rette, wie nach einem Schiffbruch, ein anderes Mal nehme ich wieder Zuflucht in Erinnerungen ans gestern, das rascher altert, weiter entfernt scheint als Ereignisse, von denen ich nur durch meine Lektüren etwas mehr weiß als vom eigens Erlebten.
Es sind „Annäherungen ans Reale“, Gewärtige, so nenne ich es, ans Vorläufige, Spuren, die sich aus verschiedenen Perspektiven eröffnen, oft nur augenblicksweise eine gewisse Wahrscheinlichkeit erlangen, die durch nichts als die sprachliche Formulierung beherzt und gedeckt scheint.
Urteil, ironische Tatsachenverkehrung, Glosse, Erzählfragment, usf. alle folgen nur einem Begehren, anzukommen, in einem gefühlten, erahnbaren Ganzen, keinen festen Regeln eines bestimmten Genres.

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3 Gedanken zu “Bloggen

  1. Es ist doch nun mal aber die Sprache, die uns überhaupt befähigt, in komplexeren Zusammenhängen zu denken. Und dies ist auch der Grund, warum die „Welt der Bilder“ nie ein Ersatz für die der Sprache sein kann. Woher also die Verunsicherung? Die „Planken“ sind und bleiben die Bretter, die die Welt bedeuten.

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  2. das habe ich doch auch gesagt, zwar nicht ganz so optimistisch wie Du , aber doch:…“Spuren, die sich aus verschiedenen Perspektiven eröffnen, oft nur augenblicksweise eine gewisse Wahrscheinlichkeit erlangen, die durch nichts als die sprachliche Formulierung beherzt und gedeckt scheint“.

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