Der Konzernchef als Bettler

Mathias Döpfner, Chef des Axel Springer Konzerns, winselt heute um Gnade in seinem offenen Brief an die Titanen von Silicon Valley, namentlich an den lieben Eric Schmidt dort. Den hat Döpfner auf einer Amerikareise vermutlich einmal persönlich kennen gelernt.
Der liebe Herr Eric möge doch einhalten in seinem Machtstreben, Google mache heute schon den zigfachen Umsatz von Springer, seine Suchmaschinenquote betrage allein in Deutschland schon über 90 Prozent. Google zerstöre heute schon den Wettbewerb, damit leider auch die Demokratie und das Selbstbestimmungsrecht, wenn das so weiter gehe. Google stehle geistige Inhalte, sei rechtlich aber an nichts zu binden, da man, wie er, Döpfner, es selbst gehört habe, von einem der Gewaltigen in Silicon Valley, von Mr. Page, der bei Google plane, alle Geschäfte auf Schiffe in den Weltmeeren zu verlagern, wo kein Datenschutz, kein Gesetz ihn und die Titanen bei Google mehr an irgendetwas hindere oder beschränke. Das gehe doch nicht, mahnt der Herr Döpfner, als spreche er auf einem Kirchentag, damit wäre nicht nur der Wettbewerb, sondern jedes Individuum selbst um all seine hart erkämpften Freiheiten, ja seiner Privatsphäre beraubt und betrogen. Vollkommen beraubt. Das wäre die Diktatur, das Ende der Demokratie. Döpfner betet den ganzen Katechismus der westlichen Werte rauf und runter, er geht gerne in die Knie, wenn der liebe Eric ihm nur wenigstens etwas entgegen käme. Unterwürfig, wie man einen Springer-Potentaten noch nie erlebt hat, bewundert er die Geschäftsgenies von Silcon Valley maßlos. Gegen sie, gegen die Titanen dort und den lieben Eric, – immer wieder sucht er diesen süßen Ton, als sei Eric schwul – also gegen diese Weltmacht bei Google, schmeichelt er, der Mathias, dem lieben Eric, sei man bei Springer doch nur ein winziger David. Aber David wolle eben auch leben usw. ein unwürdiges, erbärmliches Anflehen des übermächtigen lieben Eric, als hätte schon je ein Mächtiger, statt seine Macht zu steigern, freiwillig davon etwas abgegeben. Hat Döpfner denn gar keine Geschichte studiert. Die Gewalt der Macht ist nur durch Widerstand zu brechen, nicht durch Bettelei um Gnade. Was tut er sich an, der Konzernherr? Freilich, um den Widerstand steht es erbärmlich in Europa, zwar denke man in Brüssel über vieles nach , über eine europäische Aufrüstung auf dem Gebiete der Internetwaffen, aber man sei von den Amerikanern, von facebook, Twitter usf. so weit weit abgehängt und überrundet worden, sodass..auch darüber klagt er noch. Ach, er klagt und sagt so vieles, der Mathias Döpfner, um dem lieben Eric zu gefallen und um Gnade zu betteln, ein wenig Gnade.
Sire, lassen Sie uns doch wenigstens die Selbstbestimmung, fleht er, winselt er, bettelt er.

Ein schreckliches Schauspiel dieser Brief, übrigens nicht in Springers Welt oder BILD dargeboten, sondern in der FAZ, in einem vornehmeren Ambiente.
Eric wird sich amüsieren, da ein deutscher Konzernherr vor ihm niederkniet und um Einlass in seinen mächtigen Hintern bettelt. Vor den Augen und Ohren der ganzen Welt.
Also das müssen Erics Leute gleich einmal twittern, damit auch die Chinesen und die anderen Warlords alle sehen, wer hier Herr in der Welt ist und wie es um die Potenz der Deutschen in Wahrheit steht. Elendiglich, alternativlos, zum Heulen. Lieber Herr Döpfner, ihr Brief ist Ihnen sehr misslungen. Wer hat ihnen denn zu dieser Kriecher- Epistel geraten?
Der heilige Geist ganz gewiss nicht. .

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