Johannes Kühns neue Gedichte

Johannes Kühns neue Gedichte erfüllen den hohen Ton in der Geborgenheit des Daseins und doch sind sie feierlich und doch ist ihre Feierlichkeit nur einen Katzensprung entfernt vom Einfachsten und Alltäglichen. Auch wo sie hymnisch klingen, sind sie schlicht, überheben sich nie der Bedeutung, die sie trägt. Nichts Gewolltes, nichts Outriertes, kein Raffinement kleidet, stattet sie aus, und dennoch haben sie es an sich.
Ihr Vers kommt leis wie barfuß daher, ihre Form ist die höchste auf niederster Stufe.
Verwundert, reich beschenkt lobt er den Sommertag:

„ ich wollte schon beschreiben Heu,
ich wollte Stroh erheben
zu Andacht,
doch es summt in meinen Ohren
die Sommersymphonie,
dass ich statt Preisungen zu halten
nur lausch,
nur lausch. „

Mehr ist nicht zu tun, es ist alles da, vollkommene Harmonie gibt sich von selber preis in der Natur. Statt viel zu sagen, hört der Dichter nur hin, denn es spricht von Wundern immer die ewig bewegte Natur, die keines Kommentars bedarf.

Es sind stille Gedichte, die Anwesenheit eines Gottes kehrt in den Wörtern voll Schweigsamkeit ein.
Johannes Kühns Gedichte sprechen vom Glück, vom Abschied von der Welt,
noch immer voller kleinstem Ãœberschwang, noch immer staunt er, wie:

„ Eidechsen tanzen,
Frösche springen,
Schnecken dehnen sich“..

heimliche Wunder erkennt er im scheinbar Unscheinbaren, außerhalb allen Lärms:

„Ungehindert
seh ich des Uferdorfs Lichter
wie funkelnde Perlen.
Schlaf bleibt nicht fern,
Traum reift noch nicht.
Am Fenster häng ich
gut eine Stunde im Frieden. „

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s