Die Belehrer

es ist ja schon übel, wenn Politiker wie von einer Kanzel herab an das Volk hinpredigen, noch übler aber wird mir, wenn die Chefredakteure den Oberlehrer geben. Heute weisen sie, fast in allen Zeitungen, wieder den Herrn Schäuble zurecht. Natürlich auch Großgoschier Franz Josef Wagner in der BILD. Er vergaß in seinem Phrasenbrei auch nicht , etwas mit seinen historischen Kenntnissen zu protzen.-Auch sein Bekenntnis, Hitler zu hassen, während er bei Putin da eben doch zögere, durfte nicht fehlen.

Aber sicher: Den Vergleich Hitler-Putin hätte Schäuble besser nicht riskiert. Er stimmt nicht, jawohl, er stimmt ja nicht, das habe ich gestern hier auch angedeutet.

Aber das Problem ist, sie können nicht gut lesen, unsere Chefredakteure. Es war ja nicht der Vergleich, der auffiel, viel interessanter war doch der Tonfall, mit dem er den Kalauer einleitete und beschloss.
Ach, das kennen wir doch alles schon, war Schäubles Tenor, da spielt einer wieder den starken Maxen, wie einst der A.H.
Nein, deswegen rüsten wir nicht auf. Wir haben keine Angst vor dem Macho.
Das war der Hauptsinn bei Schäubles Mistake. Kennen wir alles schon, aus der Geschichte. Klar, die Polen und die Balten haben Schiss jetzt, kann ich auch verstehen bei ihrer Geschichte. So Schäuble.Aber beruhigt euch Leute, sagte er zu den Schülern, der Putin ist im Grunde ein Mann von gestern, er hat eine ganz große Dummheit begangen, die seinem Volke, das er angeblich doch so liebt, sehr schaden wird. Und das tut mir Leid, auch dieser Untersinn schwang noch mit in Schäubles Tonfall. Die Russen haben einen solchen Tolpatsch nicht verdient.

Schäuble rückte den Putin mehr in Richtung dumpfe, martialische Show, a la Berlusconi, Mussolini, Mafiosi.
Auch damit wird er der Sache freilich kaum gerecht, glaube ich.
Aber wer kann heute schon gerecht über die Krise reden, die Putin rücksichtslos mit seiner Eroberung entfesselte und in die Welt gebracht hat? Wer redet noch über die Krim, ist das gerecht? Ist es realistisch und eben alles so ähnlich wie in der Tierwelt, wo auch der Stärkere den Schwachen oft frisst. Na und? Wir haben zuschauen müssen, dann aber sofort eingesehen, dass man das nun einfach nicht mehr ändern kann. Schwamm darüber, so unsere feige Moral, ist sie gerecht?

Aber wie immer und wie gesagt, man müsste wenigstens besser lesen können, als unsere Chefs und Meinungsmacher, mit ihrer fein gebügelten Sonntagspredigt. . .

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