Putin und der Hitler

Bundesfinanzminister Schäuble holte diesen klassischen Vergleich heute vor Berliner Schülern aus der historischen Mottenkiste. Aber nicht warnend, wie Helmut Kohl einst vor Gorbatschow warnte, denn dieser könne sich noch als Wiedergänger von Josef Goebbels erweisen, nein. Schäuble ging locker an diesen Vergleich heran: „Das kennen wir doch alles schon, aus der Geschichte“, sagt er. Hitler hat das ganz ähnlich gemacht, damals, als er die Sudetendeutschen angeblich schützen musste.

Es ist, als ob er Putins plumpe Politik als reine Farce belächelte, den falschen Zaren als Epigonen und geltungssüchtigen Emporkömmling betrachtete, dessen Herrschaft bald zu Ende sein wird. So darf man doch in den Prunksälen der Weltgeschichte nicht stolpern. Aber natürlich, die Balten, die Ungarn, die Polen, sagt Schäuble, die haben alle jetzt totalen Schiss und sie erhöhten darum jetzt ihre Verteidigungsetats. Einmal unter dem Joch des Stalinismus schmachten, das hat ihnen gereicht. Nicht so die Russen, die kennen nichts anderes, seit fast 100 Jahren. Die Idee der Freiheit ist ihnen noch ganz wesensfremd.

Wir aber in Deutschland, wir kennen das alles, Schäuble hat selbst schon in den 70er Jahren ein Seminar besucht über die „offene Gesellschaft“ (K.Popper) damals noch in der alten Adenauerstiftung. Wir haben den Hitler gehabt, sind hart im Nehmen, wir geben wegen dieses Amateurs Putin keinen Pfifferling mehr als üblich für Rüstung aus. Wir denken gar nicht daran. Wenn es sein muss, zwingen wir den Burschen rein finanztechnisch zu Boden. Schäuble gibt auf leise, post-ironische Weise den starken Maxen, ohne seine Stimme zu erheben. Nein, nein, ganz beiläufig, wir haben das alles längst hinter uns. Kein echter Kerl tritt heute mehr in den alten Gamaschen des typischen Machos auf.

Verständlich deshalb, dass Frau Merkel und ihr Steinmeier auf Distanz zu diesen Äußerungen Schäubles gehen, sie müssen noch höflich und gesittet an den Hinter-Türen der Diplomatie bange Wartestunden verbringen. Hitler als Wort, oder als Name halten sie für ein Tabu in der modernen Politik. Sie brauchen den Unhold nicht mehr für ihre operativen Strukturen.

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12 Gedanken zu “Putin und der Hitler

  1. Sorry fürs layout da, sollten nur paar unterschiedliche Smilies sein, funkt. nicht.
    Mathematisch, oh das wäre schön. Ich werde mir aber auch dazu die Arbeit nicht machen – All das was in keinster Weise weder von der nationalen Demokratie gemacht wird, noch von der internat. Demokratie. Stattdessen nur das Gesäusel von „Hitler“, „Putin“, „Stalin“, „Merkel“, als ob die alle den kategorischen Imperativ „Mammi!!!“ verstanden hätten.

    Höre im Radio/Fernsehen „Kampfjets über der Krim ect., Ukraine nicht voll NATO -Land“, … sollen se die Türken hinschicken! ~ sozusagen.

    Ich glaube es wirklich nicht, vielmehr will es garnicht glauben. Ist schon lustig … „Unsere Kampftruppe um Kundus an der Friedensgrenzen von ´uns´“, Mali, ect. pp.“. Die historische und internat. pol. Wirklichkeit ist längst vergessen, nicht ich, aber alle anderen -lol, gleichsam die Dumpfbaseligkeit als ob nur deutsche Soldaten jemals überhaupt mit den ganzen ´Friedensgrenzeländern´ zu tun gehabt hätten. Schlimmer als „zu Hitler’s Zeiten“- Oh mich ich Gott, der das ja wahrscheinlich zugelassen hatte und gewollt hatte, wir, die in der besten aller möglichen Welten leben, basierend auf der „ausgedehnten Erkenntnis“~ auch im Licht mit Schatten ~ ich werd‘ poetisch.

    „Angie (Merkel) und die Wu Chao!“ oder is’ts die Inka-Königin? etwas klassischer – Mätressenaufstieg. Zu Weihnachten gibts wieder ´Die drei Musketiere´ … wie Frankenreich, Richelieu, kardinal.

    Schäuble? Der alte Haudegen der CDU Theo’rie’logie? Wissen Sie, wird ihm wohl so rausgerutscht sein – „fuck off!“, wohl auch etwas rethorisch wiederum, wenn man zwischen diesen ganzen Revanchistischen Furtzkissen da sitzt die alle am Boden scharren. Semitisch der Butt.

    Grüße …

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  2. wenn sie wüssten was ich weiss wüssten sie das sie nichts wissen!
    pillepalle einszweidrei…
    ich hatte leider ein paar mal das zweifelhafte vergnügen(es war dann aber doch keins) ihn aus nächster nähe hören zu können(quasi fast privater natur) und glauben sie mir…mit ein paar schorle im kopp redet der noch ganz andere sachen daher…aber wie hiess es so schön in der pupsburger augenkiste….blechbüchsen armee roll roll
    er ist stattler und waldorf in einer person,kann man drüber lachen aber bloss nicht ernst nehmen

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  3. ach wissen Sie, Lachen das gibt es auch als eine ungesunde Existenzform, man lacht über anachronostische Figuren, die wie Widergänger aus der blutigen Geschichte plötzlich auftauchen, wie Ubu roi- Es ist ein Schock, der, um ihn zu überwunden, zum Lachen reizt. Ja,was ist das bloß für ein Lachen, keines der reinen Freude jedenfalls, aber auch keines der pädagogischen Satire, denn es stellt sich keine Schadenfreude ein. Oder?

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  4. Ho @pop’anz,

    Ich protestiere auf’s Chilistische gegen „Pupsburger Augenkiste“ und dann noch „Blechbüchsenarmee roll roll!“- greetings-! Sind wir nicht alle ein bißchen hit’ler? oder ist das Nazi von Naziss? Neudeut‘ Narzis‘? was ja wie (Richtig!) mit einem ´eR´ ist. Holywood? Soll ja auf Papp’s von jesus beruhen ?!.
    Habt ihr heute schon hitler geheilt? …

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  5. täglich ein bissschen den inneren Hitler heilen,statt ihn zu füttern, das erinnert mich an Thomas Manns Parole „Halbbruder Hitler“. Nein, ich fühlt‘ ihn nie in mir, hab ihn nicht einmal austreiben müssen wie den Belzebub.
    Dafür habe ich andere Krankheiten,keine Ahnung, wer sie füttert?

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  6. selbst wenn ich aufrichtig und herzlich lache…
    wirft man mir noch negativität vor!
    was nicht an meinem gemüt
    sondern an einem augentechnischen defekt liegt…
    sie sehen es geht auch anders.(nicht der mit dem zug)

    übrig bleibt oft des magiers lieblings spruch
    „wie sie sehen sehen sie nichts“!

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