Peter Langers neue Bescheidenheit

heute befragt die Südwestpresse wieder das alternative Ulmer Urgestein Peter Langer nach seiner politischen Identität, die für ihn ja immer im Fokus steht.Langer hat wieder einige Spezialbegriffe im Rucksack, die er locker hinblättert wie ein paar Blankoschecks seiner vernetzten Kompetenz.

Sein Busenfreund, der Ulmer OB Gönner hat es ihm endlich beigebracht. Du musst, wird er ihm gesagt haben, wenn Du in Ulm populär werden willst, bescheiden, ganz bescheiden auftreten, die großen Sprüche ganz sein lassen. Die kommen bei uns nicht an, nimm dir ein Beispiel an mir.
So hat er seinem Kumpel von der Zeitung jetzt auch gleich gesagt, als dieser ihn nach der großen Politik in der Ukraine befragte, „ du lieber Uli, verstehsch ich maße mir nicht an, da im Konzert der Großen, also mit den USA, dem Europäischen Rat und Russland hier mitzureden. Ich betreibe ja keine Außenpolitik, sondern ich will nur auf kleiner regionaler Ebene sinnvolle Projekte anstoßen, also z.B. Plattformen begrüßen, wo wir dann ein neues Vertrauen, nicht von oben herab, verstehsch, sondern von unten nach oben entwickeln wollen. Also Kontakte an der Basis praktisch, verstehsch..was ich meine, ich werde hier kein politisches Statement zur Lage auf der Krim abgeben.“
Der Redakteur, sein Kumpel: „ja komm, du bist immerhin der Generalkoordinator des Rates der Donaustädte“.

General, das Wort gefällt dem Langer natürlich, und er holt tief Luft, natürlich Fakt ist und bleibt, sagt er, die Ukraine nimmt an unserer EU-Donauraumstrategie teil. Er habe gerade mit einem der wichtigsten Dichter der Ukraine ein Supergespräch geführt, wo ganz deutlich wurde, dass dieser Dichter wie überhaupt die Masse der jungen Ukrainer und Ukrainerinnen eine ganz klare europäische Identität haben und in den Focus stellen wollen.
Fokus ist auch so ein Lieblingswort, wie Plattform, des Peter Langer. Er hat übrigens „klammheimlich“ auch eine terminologische Korrektur vorgenommen, es heißt jetzt nicht mehr Donaustrategie, sondern Donauraum-Strategie. Klingt eindeutig moderater, bescheidener. Dafür gibt es ein paar brandneue Begriffe, wie „Danube Civil Society Forum“, das zusammen mit der europäischen Donauakademie bereits eine „ Rivershow“ initiiert hat, die auch wieder Kontakte, Entwicklungen und Identitäten an der Basis und für die Lokalpolitik produzieren soll. Hier wird das Interview wieder etwas bedeutungstrüb, wie die abstrakte Kunst, wo man auch nie weiß, wovon genau die Rede sein könnte. Aber Langer bekräftigt, dass einige EU Gremien jetzt allmählich begreifen, was er als Ex- Chef des internationalen Donaubüros immer schon sagte und wollte. Die Menschen an der Donau müssen hinter der Idee stehen, damit ein Entwicklungsprozess von unten an der Basis, bis in die EU nach Brüssel in Gang kommen kann. Gesellschaftlich, kulturell und natürlich auch politisch. Seine Aufgabe dabei sei es im Kern, zivil-gesellschaftliche Standards für eine europäische Integrationspolitik zu vermitteln. Seine „Urban Platform for the Danube Region“ für die Vernetzung der Donaustädte habe dabei die Funktion, feste Strukturen zu schaffen. Man müsse Städte und Projekte fest aneinander binden, nur so könnten Beziehungen stattfinden und neues Vertrauen entwickelt werden.

Es ging mir wieder, wie so oft bei Peter Langer: Man spürt, der Mann ist immer noch voller Tatendrang, aber was er uns konkret sagen will, wird immer nebliger, immer verschwurbelter. Es fehlt ihm einfach der „Weitblick“ (I.Gönner) ins normale Volk, das ja auch eine Art Basis darstellt, die vernetzt werden will und die man nie aus dem Focus lassen sollte.

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