Die hohen Herrn der Super-Konzerne

von Audi, Adidas, Allianz und wie sie alle heißen, die Fürstentümer dieser Zeit, sie sind in sichtlicher Verlegenheit. Auch sie warten wie der Plebs der Fans heute auf den Ausgang, das Urteil im Hoeness-Prozess. Eigentlich müssten sie als Aufsichtsräte des FC Bayern, gemäß ihrer streng seriösen Sonntags-Ethik, Hoeness zum Rücktritt bitten. Gleichgültig, ob er nun hinter Gitter muss oder nicht. Doch sie fürchten den Plebs der Fans, die könnten sich rächen, ihre Gefolgschaft for ever verweigern, ihren Audi verkaufen, zu Nike abwandern, den Supermarken überhaupt abschwören, wenn jene hohen Herren es wagen, den Bayernpräsidenten Uli Hoeness vom Thron zu stoßen. Warum soll der Hoeness nicht wie andere Größen auch schon, wie Mandela, wie mancher berühmte Mafiaboss, ja sogar Hitler seine Anhänger und Getreuen vom Gefängnis aus regieren? Zu den großen Spielen der Championsleage bekäme er bald Freigang und nähme die Begeisterung seiner Fans ob seiner Anwesenheit in der Allianzarena huldvoll entgegen? Wollen es die hohen Herrn der Konzerne wirklich riskieren, diese treuen Massen von Vasallen und Knechten des Volkshelden zu verprellen? Das kostete sie Abermillionen Umsätze. -Freilich die Sonntags-Ethik, ihre sauberen Westen würden einen Dreck-Fleck bekommen. Wie steckt man das weg? Wenn man zu aller Schmach hin sich auch noch als Christ bekennt wie der Finanz-Fürst Winterkorn.
In diesen Stunden ziehen sich sich zurück, die hohen Herren. Sie, die sich sonst gerne in jedem Fernsehstudio hofieren lassen, möchten heute keine Anfragen aus den Medien kommentieren. Sie meiden die Kameras in diesen Tagen. Ihre Mediencoaches feilen noch an den Botschaften, mit denn sie bald überall aufwarten werden. Die besten Talkshows haben ihnen eigens erdachte, hohe Designer-Stühle reserviert. Ja Zwiegespräche soll es geben. Herr Beckmann selbst, der in diesen Tagen eine Musik-CD mit eigenen Songs herausbringt, wird die hohen Herren der Allianz und von Adidas bewirten. Uschi Maischberger wird mit dem Audi-Chef plaudern. Nein, sie können den Hoeness nicht stürzen, nur hoffen, dass er von selbst eine Auszeit wünscht. Die Show wird weiter gehen, für enormes Gerede sorgen. Sogar ehemalige weltgrößte Fußballstars wie Pele, wie Platini, Zinédine Zidane und Uwe Seeler werden sich einmischen und die europäische Ethik-Kommission beraten.
Der Straftäter hat ein Verbrechen begangen, einen Fehler gegen die Massen der Steuerzahler begangen, aber ein Großteil dieser will ihm verzeihen und das viele ihm gestohlene Geld nicht zurück haben.
Ein Präzedenzfall der Demokratie und des Fußballs, ganz sicher, nur wohin zeigt er, welcher Zukunft will er maßstäblich sein? Vielleicht der Maxime: Man darf eine Weltmarke nie beschädigen, egal und was auch immer ihr moralisch vorzuwerfen ist?

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