Heidegger, Nolde, Strauß

allen drei Männern wird ihre Verstrickung in den Nationalsozialismus nachgewiesen. Die Zeitungen berichten fast täglich über ihr menschliches Versagen.Sie beantworten aber nicht die Frage, was das für deren Werke bedeutet.
Ist Emil Nolde nun kein großer Maler mehr? Ist Martin Heideggers Denken jetzt ungültig geworden? Sollte man die Musik von Richard Strauß jetzt besser nie mehr hören?
Oder wollen sie nur am Lack der Berühmten kratzen? Weil das unterhaltsam ist?
Geht es allein um Zeitvertreib?
Muss ein großer Künstler auch ein guter Mensch sein? Wer kennt sich da aus? Müssen die Fälle nicht vor den Ethikrat, der uns dann verkündet: Welche Verstrickung in das unmenschliche System ist noch verzeihlich,was aber unverzeihlich?
Diese Fragen des lesenden Arbeiters, wer beantwortet sie?
Oder geht es nur darum, dass diejenigen, die die Schuld der genannten Männer nachweisen, sich selber zu Ruhm und Ehre bringen?
Wollen sie die Berühmten von den Sockeln stoßen, damit die Nation ihre Weste noch einmal reinigt? Geht es ums Prestige der anständigen Menschen, die nach der Flut auftauchten und sich ganz sicher sind, dass sie niemals in die Barbarei verwickelt worden wären, hätten sie damals nur gelebt? Dann wäre alles Böse im Grunde ja gar nie geschehen, es wäre alles noch einmal gut gegangen, und auch die drei großen Männer wären vollkommen unschuldig geblieben.
Ist das die Botschaft, was lernen wir bloß aus ihr?

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