Volk des Majdan

so sprach Bernard Henry-Levy, der Franzose, am 2. März mit höchstem, revolutionärem Pathos die am Majdan Versammelten an. Er sprach kämpferisch wie ein Jakobiner, verneigte sich vor den Toten des Aufstandes und sprach aus, was kein Politiker zu sagen wagte bisher. Dass Putin ein Knecht ist, ein „Räuber der Krim“, dem man energisch entgegen treten müsse, jetzt und sofort.
Europa habe die Mittel dazu und müsse nun Putin klar sagen: „ Dass ein Mann , der die Grenzen in Europa antastet“, keinen Platz mehr habe in der internationalen Gemeinschaft. Er ist ein politischer Einbrecher.
Die Europäische Union müsse sofort ein Assoziierungs-Abkommen mit der unabhängigen souveränen Ukraine unterzeichnen, am besten in Kiew, am Ort der neuen Taufe Europas. Er beschwor die hohen europäischen Geister des Widerstandes gegen die Tyrannen: Voltaire, Victor Hugo, Taras Schewtschenko und General de Gaulle. Diese großen Männer der Freiheit stünden hinter dem Volk des Majdan, für eine freie unabhängige Ukraine.
Natürlich war die Rede auch an die Appeasement-Politik gewisser Europäer gerichtet, die Putin mit ihrer Zögerlichkeit und Schwäche erst stark machten.
Henry-Levy hat tatsächlich Zugang zu den Mächtigen Merkel, Hollande und Obama, ihnen wird er auch persönlich noch die Leviten lesen, das versprach er dem Volk der Ukraine.
Ein fulminanter Auftritt, ein politisches Superevent. Viele Medien waren informiert und angereist. Denn der Franzose weiß gut, dass die europäischen Mittel des Showbusiness stärker sind als die altbackene, vorgestrige Propaganda Putins.

Er ächtet den „neuen Zaren“,wie einst Martin Luther den Papst ächtete, er lädt seine Rede mit historischem Revolutionspulver auf, und er verneigt sich vor der Tapferkeit der ukrainischen Freiheitskämpfer, auf die ganz Europa stolz sein kann. Sie haben den Despoten Janukowitsch gestürzt und zur Flucht gezwungen. Ein glorreicher Sieg des Volkes. Dasselbe müsse nun mit Putin geschehen. Henry-Levy stellt den russichen Aggressor in eine Reihe mit Hitler und dem spanischen Diktator Franco.

Eigentlich gehört diese Rede auf das Theater und dann ins Museum für europäische Revolutionen, das bald zu errichten sein wird. Henry Levy wird sein Kurator sein.
Der Franzose zeigte Flagge, er gehört nicht zu dem feigen Diplomaten-Haufen europäischer Schwächlinge. Zu diesen möchte er nicht gezählt werden, er definiert die aktuell- historischen Stunden anders als die Vielen vom Konsum und den Märkten geschwächten Westeuropäer. Denn man hängt ja am russischen Gashahn und auch sonst binden viele wirtschaftliche Renditen und Interessen den Westen an Putin. Wir müssen mit ihm reden, wir müssen auch ihn verstehen zuerst. So reden die Diplomaten am Telefon und in den Hinterzimmern Brüssels, Londons, überall. Ihm nicht gleich auf die Zehen treten, ist die Devise.
Dieses zarte rhetorische Porzellan etwa eines Frank Walter Steinmeier zerschlägt der Franzose unbekümmert auf dem Majdan.

Ich bin überzeugt, dass man diesen politischen Showact des Franzosen besonders in Polen und im Baltikum anders als hierzulande mit großer Begeisterung aufnehmen wird. Wir Deutschen misstrauen diesem Pathos, wir haben’s gern sachlich oder wie die Grünen immer sagen: „Voll inhaltlich“. Wir denken zuerst an den Preis, den die ganze Sache haben wird. Wir sind nicht das Sozialamt Europas, höre ich ungezählte Stammtische hierzulande. Unisono im Klartext.

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2 Gedanken zu “Volk des Majdan

  1. Ist das jetzt wirklich dein Ernst, dass du diesen Politclown Henry-Lewy ernst nimmst ???? Wie leicht es sich doch manche Hobbyrevolutionäre machen, und wie einfach sie sich die politische Welt zusammenstricken….Wie gut, dass sie einer wie der Henry-Lewy keine politische Verantwortung trägt….

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