Anja Seeliger zum Schreihals Maxim Biller

Die von Maxim Biller angezettelte Literaturdebatte entblößt die leere Mitte unseres Betriebs, stellt heute die Perlentaucherin Anja Seeliger fest. Gestern in der FAZ rannte sogleich der Biller gegenüber kniefällige Claqueur Dietmar Dath herbei, um Biller zu unterstützen, die üblichen Verdächtigen zu erschlagen.
Anja Seeliger stellt heute dazu fest:

„Biller, der bei jedem Streit, den er anzettelt, trompetet: Lasst mich durch, ich bin Jude. Biller, der den jüdischen Witz gegen deutsche „Gedanken in Uniform“ hochhält und selbst nur schlägt, wenn auch keine Funken. Billers schärfstes Florett ist die Keule, eine seiner Kolumnen hieß „100 Zeilen Hass“. Legt man seine eigenen Maßstäbe an, könnte er mit dieser Mischung aus Aggressivität und Wehleidigkeit deutscher gar nicht sein. Und (Â…) wann hat sich zuletzt jemand getraut, derart sentimental-kitschige Schriftstellerstereotypen zu verbreiten: Hier der Urdeutsche – „witzlos, kraftlos, provinziell“, „jeder Gedanke eine Uniform“ und im Kern immer noch Nazi, nur „müde Innerlichkeitsprosa“ oder „irrelevante Sprachexperimente“ produzierend. Dort der Jude und Immigrant – scharf denkend, präzise fühlend, kosmopolitisch lebend, „hart, wild, gemein, kritisch, verlogen, sexy und unwiderstehlich“, in Deutschland aber einem Druck ausgesetzt, der „nichts für Schwächlinge“ ist.  Ein richtig blonder Held, ja? „

Diese von Anja Seeliger zitierten Klischees Billers standen in seinem Pamphlet auf der ersten Seite der ZEIT, am Donnerstag.
(Vergleiche dazu meinen blog von vorgestern.)

Und nun eine Frau also, sie hat sich endlich getraut, dem Großmaul Biller entgegen zu treten.
Vielleicht hat auch sie jüdische Wurzeln, dann braucht sie sich nicht vor der üblichen Keule „Antisemitismus“, mit dem der ungehobelte Kerl sehr schnell zur Hand ist, zu fürchten.

Mir fällt zu Biller noch ein, der sich einbildet und immer damit brüstet, einzig legitimer Erbe der großen jüdisch-deutschen Autoren zu sein, dass er auch nicht eine Unze von dem Witz eines Egon Friedell, eines Alfred Polgar oder gar eines Karl Kraus besitzt. Dass sich bislang hierzulande keiner traute, ihm das deutlich zu sagen, wundert mich freilich nicht. Denn ich kenne die Arsch-Kriecher unter den Ton angebenden Zeitgenossen inzwischen gut genug.

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