Der literarische Haudegen Maxim Biller

Die -feinseidene, oft sehr langatmige ZEIT lässt heute wieder einmal den literarischen Haudegen und Großkotz Maxim Biller zu Wort kommen. Mit einem Rundumschlag gegen die deutsche Gegenwartsliteratur.
Großmäulig, wie wir ihnen kennen, haut er auf uns einheimische Deutsche ein. Er hasst uns nicht, er verachtet uns. Doch sein Säbel trifft nicht unser Herz, er tötet uns nicht, sondern er nörgelt und schimpft nur böse an uns herum. Deutschland nennt er postnazistisch, natürlich. Das riecht nach radikaler Erkenntnis, doch die Beleidigung ist nicht originell, er weiß sie auch überhaupt nicht zu begründen. Sie ist auch nicht witzig wie besserer, höherer Schmäh, wie etwa bei Heinrich Heine, doch sein kann.
Vordergründig gilt seine Attacke der deutschen Gegenwartsliteratur, die langweilig sei, angepasst und nichtssagend, usw. -solch ein Urteil kann gewiss einige Beispiele anführen, für die es zutrifft. Die Attacke geht also gratis. Auch fehlten Störenfriede, wie es früher die Juden gewesen seien, von denen einzig er noch diese Rolle übernehme heute. Er ist sozusagen der rechtmäßige Erbe der großen deutsch-jüdischen Autoren wie Josef Roth, Tucho, usw.

Das könnten wir als dumpfbackige Deutsche leider nicht erkennen, darum fordert er die Migranten auf, literarisch seinem Rat zu folgen, sich nicht länger als gut integrierte Migranten zu zeigen, sondern dazwischen zu hauen, sich wild und fremdländisch aufzuführen, um die Eingeborenen hier zu provozieren. Um Geilheit und Weltläufigkeit in den faden deutschen Mief zu tragen.

Biller wünscht sich im Grunde einen typischen und plumpen Deutschen, mit dem er sich öffentlich raufen darf. Auf großer öffentlicher Bühne: In der ZEIT, im ZDF, im Spiegel, überall, wo sonst nur Beckenbauer, Sloterdijk, Günter Grass und Angela Merkel ihre großen Auftritte haben und sich feiern dürfen.
Dort möchte er sich sehen, als Dauergast, darin wittert er seine bedeutende Chance. Biller ist neidisch, er beansprucht höheren Rang in der Gesellschaft. Er verachtet Suhrkamp, weil der Verlag ihn wohl nicht angenommen hat.
Aber es kommt einfach keiner, kein native speaker des Deutschen nimmt seinen Fehdehandschuh auf. Ich übrigens auch nicht, er schreibt mir viel zu verwaschen und auch zu kümmerlich. Außerdem denke ich an den Rat Balthasar Gracians, der mir empfiehlt, keinen Streit mit jemand anzunehmen, der nicht auf seine eigene Ehre achten kann.

Nein, auch rein stilistisch ist Biller kein Gegner für mich. Er müsste erst besseres, kräftigeres Deutsch und endlich auch lernen, wie die Regeln echter Polemik lauten. Wie bildkräftig und vernichtend die Hiebe sein müssen, wollen sie die Höhe eines Voltaires oder Lessings erreichen. Und das will Biller gewiss, sonst krakeelte er nicht so und haute doch etwas viel weniger auf den Putz. .
Schimpfen, schmähen, beleidigen, damit ist nichts getan, das ist noch nicht einmal schlichtes Kabarett.

Warum aber erzähle ich davon überhaupt? Weil Biller ein eklatantes Beispiel eines gekränkten Juden in Deutschland abgibt, das ihm nach all dem,was geschehen, sehr viel mehr Ehre und Bedeutung angedeihen lassen müsste. Das ist sein Subtext. Müsste man ihm nicht einen gut dotierten Posten als Chefredakteur einer großen Zeitschrift gegen deutsche Mentalität, Geschichte und Gegenwart anbieten? Vom Steuerzahler reumütig und ausdrücklich finanziert. Diese Frage ist moralisch diffizil und sehr schwer zu beantworten. Ich persönlich wäre dafür: Ja, gebt ihm einen staatlich hohen Posten und eine Garantie dafür, dass alle deutschen Bibliotheken und Archive seine antideutschen Tiraden und Schriften abonnieren werden.
Biller möchte, dass wir an ihm etwas gut machen. Man könnte ihm auch einen Fernsehsender widmen. Meinetwegen. Oder eine große Straße in Berlin mach ihm benennen. Warum denn nicht, ich wäre gespannt, wann ihm sein Gebrüll dann selbst verleidete.
Biller ist kein Literat der besonderen Klasse, er ist von Beruf Jude nach dem Holocaust in Deutschland. Wir können dem Pathos dieser Rolle nicht aus dem Weg gehen, es nützt auch nichts, wenn einige liberale Deutsche als Vermittler auftreten. Biller will die Rauferei, sich prügeln mit einem typischen Deutschen auf größter Bühne, er pfeift a priori auf jedes deutsches Verständnis. Nein, ein Deutscher soll es wagen, dort gegen ihn anzutreten und zurückzuspucken.
Es ist ein scheußliches Schauspiel, das er sich wünscht.

Advertisements

Ein Gedanke zu “Der literarische Haudegen Maxim Biller

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s